· 

Anfang, Ende und die Ewigkeit

Das Gilgamesch-Epos ISBN 3-15-007235-2

Sumerische Schriften gelten als älteste Literatur, obwohl bis dato noch nicht lesbar. 1800 vor Christus in datiert man die altbabylonische Version auf Tontafeln. Die sumerische Erzählung mag im Kern noch weiter zurückliegen. Vielleicht reicht sie auch in die Zeit vor der Literatur, also der Lektüre, und wurde durch Jahrhunderte mündlich überliefert.

 

Es beginnt schon gut. Gilgamesch ist zu zwei Dritteln Gott und ein drittel Mensch (und nicht fifty, fifty, wie in der griechischen Mythologie). Das macht aber ihm trotzdem Probleme, denn er möchte unsterblich sein. Er findet einen Freund, Enkidu, der als wildes Wesen in der Steppe lebt und mit der Zeit die Zivilisation kennenlernt, was nicht ohne Zutun von anderen geschieht. Die Dirne Samhat etwa hilft ihm, Verstand zu erwerben.

 

Enkidu und Gilgamesch finden sich nach einem Zweikampfmessen und streben nach einer Heldentat. Sie machen gemeinsam Humbaba, den Hüter eines Zedernwaldes nieder.

 Enkidu aber stirbt aufgrund einer schrecklichen Traumvision ohne dass ihm Gilgamesch zur Hilfe eilt. Der ringt mit seiner Sterblichkeit. Ihr zu entfliehen, sucht er Rat und hört die Geschichte der Sintflut. Schließlich erfährt er von der Pflanze der ewigen Jugend, die er aber, einmal in einem waghalsigen Tauchgang erbeutet, rasch verliert.

 

Wie es mit seinem Projekt Unsterblichkeit ergeht, ist nicht in Erfahrung zu bringen, da dieses Epos nurmehr in Fragmenten vorhanden ist. Es ist das erste Mal, dass die Welt Kunde von der Sintflut erhält und so steht es auch ziemlich am Anfang des Epos geschrieben. Unsterblichkeit ist wohl aber ein Menschheitsthema ohne Ende, dessen Anfänge wohl in der bewussten Erkenntnis der Sterblichkeit als Zukunftserwartung liegt.

© Traugott-Hajdu
© Traugott-Hajdu


außerdem zitiert:

 

  • Urzeit war es, als Ymir lebte; es gab weder Sand noch Meer  noch kühle Wogen, Erde existierte nicht noch Himmel darüber, den Schlund der Urleere gab es....

Die Weissagung der Seherin (Ältere Edda)

  • Nicht war diese Welt am Anfang nicht; nicht war sie. Diese Welt war am Anfange, und sie war nicht: es war nur der Geist, der existierte.

Shataphata -Brahmana

  • Das ist die Kunde: Da war das ruhende All. Kein Hauch. Kein Laut. Reglos und schweigend die Welt. Und des Himmels Raum war leer...(...)... Weichet zurück ihr Wasser, und gebet Raum, daß die Erde aufsteige und sich festige!

Ausschnitte aus dem  Popol Vuh

  • Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und wirr und Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser. Gott sprach: Es werde Licht.  Und es wurde Licht.

Mose 1,1

Kommentar schreiben

Kommentare: 0