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Nosebook: Wa(h)lverwandschaften

  • Klippschliefer, Elefant und Sirene
  • Hund, Katze und sonstiges Raubtier
  • Wale, Delfine, Schweine, Giraffen und Kamele
  • Mensch und Affe und… Spitzhörnchen
  • Die Moral von der Geschicht´


Wa(h)lverwandschaften

 

Zoosendungen im Fernsehen, Youtube- Videos im Internet haben unseren Überblick über verschiedene Tierarten erweitert.

Sogar Insekten werden als Persönlichkeiten behandelt. Was uns immer wieder entgeht, sind die Verwandschaften zwischen Tierarten, von denen wir es kaum glauben: Kamel und Giraffe sind noch optisch nachvollziehbar, wenn man die Charakterköpfe betrachtet .

Elefant und Seekühe leuchten ein aber Elefant und Klippschliefer?

Nashörner und Pferde, Flusspferde und Antilopen, Hirsche und Wale überzeugen optisch nicht.

 

Jedoch: Die Stammeltern gaben eine Menge Bausteine mit, damit die Nachkommen in der Natur bestehen können. So wie Porsche regelmäßig sein Design ändert, tun es die Gene in der Tierwelt. 

Wir sind konditioniert. Geprägt von Forschern, welche in den Anfängen der Zoologie die Tiere äußerlich beurteilten, weil es ihnen an Analyse- und Vergleichsmöglichkeiten mangelte.

 

Es ging auch nicht anders. Genetik gab es nicht und was manche über Verwandschaften immer noch glauben, nämlich die Einteilung in Amphibien, Reptilien und Säugetiere stammt von Aristoteles und ist 2400 Jahre alt.

 

Tiergruppen wurden nach Merkmalen eingeteilt, etwa Dickhäutigkeit. Das hätten ja Nashorn und Elefant gemeinsam, wobei beide bekannterweise echte Sensibelchen sind. Trotzdem sind sie einander nicht näher verwandt.

Nachdem man ab dem 16. Jahrhundert neue Kontinente entdeckte, war es an der Zeit, auch die Flora und Fauna, also Tier- und Pflanzenwelt zu systematisieren und Gesner, Wotton und Aldrovandi schrieben fleißig Enzyklopedien, um die Entdeckungen festzuhalten.

Die Morphologie (Formenlehre) befaßt sich mit den Körperstrukturen der Tiere. Man unterscheidet dabei die Erforschung der äußeren Gestalt der Tiere von der des inneren Aufbaus und der Lage ihrer Organe (Anatomie). Man konnte das beschreiben, was man von außen sah (Morphologie) und was man erkannte, wenn man tote Tiere zerlegte. (Anatomie).

 

Es ist die Evolutionsbiologie, die die Frage nach dem „Woher“ zu beantworten sucht. Wer sind die Stammväter, die Stammeltern?

Die prägenden Väter der Klassifikation waren wohl Carl von Linnée sowie J.B. de Lamarck. Lamarck erkannte, dass sich Organismen veränderten, weil sie sich an die Umwelt anpassten. Linneé brachte eine Sytematik in die wissenschaftliche Benennung der Arten.

Es dauerte allerdings eine Weile, bis man den Menschen den Säugetieren zuordnete, denn biblischerweise stand der Mensch immer über den Tieren.

Erstaunlich ist doch, wie viele Lebewesen Äußerlichkeiten zum Anlass nehmen, um sich abzugrenzen, wo im Grunde Zusammengehörigkeit besteht. 

Nachdem es sich hier um Nosebook und nicht um Facebook handelt, sollen hier tierische Verwandschaftsbeziehungen behandelt werden.

Eine die einigermaßen erstaunt:

Klippschliefer, Elefant und Sirene

Klippschliefer und Sirene
Klippschliefer und Sirene

 

Sie sind kaum größer als Kaninchen und sehen wie Murmeltiere aus. Ihre Pupillen verengen sich so, dass sie lange in die Sonne schauen können. Außerdem erkennen sie Raubtiere auf 900 Meter Entfernung und sie können zum Energiesparen ihre Körpertemperatur absenken. Maximal 11 Jahre leben sie in Gefangenschaft. Gesellig verbringen sie ihre Zeit in Kolonien von bis zu 50 Tieren.

Am Kap in Südafrika kann man ihnen als Spaziergänger begegnen, ebenso wie auch in Namibia obwohl sie eher scheu sind: Die Klippschliefer.

Forscher hegten den ersten Verdacht, dass sie da eine Elefantensippschaft vor sich hatten, als sie das Skelett des Tieres sahen, besonders den Knochenbau. Der war so wie jener der Huftiere, was auch bei Elefanten der Fall ist. Die gehören zu den Huftieren. Klippschliefer können ihre Fußsohlen einziehen. Sie haben ein feuchtes Sohlenpolster, das sie zu Kletterakrobaten macht und auch Elefanten haben gepolsterte Sohlen, was ein dumpfes Whoomp erschallen lässt, wenn diese in der Savanne voranschreiten.

 

Genetiker untersuchten die DNA und der Verdacht bestätigte sich. Der Klippschliefer hat einen dreigeteilten Magen mit Bakterien, die helfen, die von ihm verzehrten Pflanzen zu verdauen: Gras, Früchte und Blätter.

Wenn Klippschliefer fressen, bilden sie die Form eines Kreises, wobei ihr Kopf nach außen zeigt, um Raubtiere zu bemerken. Babybetreuung ist Gruppensache und die Mütter kümmern sich abwechselnd um die Kleinen, was auch an die Kinderbetreuung der Elefanten erinnert.

Immerhin stellt sich heraus, dass auch die pelzigen Rüsselhündchen zu dieser kuriosen Familie gehören. Ihr wissenschaftlicher Name klingt wie eine exotische Form eines Nasenkatarrhs: Rhynchocyon udzungwensis und man sieht es ihnen irgendwie an der Nasenspitze an, zu welcher Sippschaft sie gehören. Mit rund 700 Gramm wiegt das pelzige Tier soviel, dass es schon an die 7000 Tierchen braucht, um einen Elefanten aufzuwiegen. Mit der Spitzmaus ist er gar nicht verwandt, obwohl der Eindruck das vermitteln könnte. Er ist ein treuer Geselle, denn mit seinem Weibchen verbringt er sein ganzes Leben. Die ihnen verwandten Rüsselspringer gehören wie Bienen zu den Blütenbestäubern.

Elefanten, die gewichtige Verwandschaft wirkt im Vergleich geradezu intellektuell: Sie erkennen sich im Spiegel selbst und versuchen auch Markierungen, die auf ihren Köpfen angebracht wurden, zu entfernen. Das können bislang nur Menschenaffen und die klügsten Vögel. Außerdem können sie zählen und zeigen wie Menschen posttraumatische Belastungsstörungen. Sie trösten sich gegenseitig und kommunizieren über Infraschall. Der älteste Elefant wurde in Gefangenschaft 86 Jahre alt. Mit der Lebenserwartung kann schon was Gscheites aus einem werden!

 

Sirenen/Dugongs/Manatis oder schlicht Seekühe können drei Meter lang und 500 Kilogramm schwer und etwa 60 Jahre alt werden. Dabei sind sie träger als die großen Rüsselträger.

 Fossilbefunden zufolge kamen die ersten Sirenen vor mehr als 35 Millionen Jahren nach Südamerika. Wie Elefanten und Klippschliefer stammten auch Seekühe ursprünglich aus Afrika, mussten sich anpassen und gingen ins Wasser.

Sie fressen täglich etwa 8 bis 15 Prozent ihres Eigengewichts. können aber auch bis zu sechs Monate ohne Nahrung auskommen, haben also mit den Klippschliefern gemeinsam, Energie sparen zu können. Die Amazonas-Seekühe verbrauchen nur 36 Prozent der Energie, die man Säugern dieser Größe zugestehen würde. Seekühe verständigen sich über das Aussenden von Geschmacks- und Geruchspartikeln — sowie durch hohes Gurren oder Zirpen, wobei sie keine Stimmbänder besitzen und daher echte Meerjungfrauen sind, denkt man an Arielle bzw. an die Meerjungfrau von Andersen, die als Mensch ihre Stimme verliert. Seekühe heißen auf lateinisch Sirenia und inspirierten Legenden rund um die „Sirenen“ (etwa bei den Irrfahrten des Odysseus) und vielleicht auch wirklich den dänischen Märchenerzähler Andersen.

Der malayische Name Dugong heißt „Dame des Meeres“.

Einer von Christoph Kolumbus´ Admirälen sichtete laut Logbuch Jänner 1493 vor Haiti drei „Meerjungfrauen“, die es aber an Schönheit mit Arielle nicht aufnehmen konnten, weil ihre Gesichter „ein paar männliche Züge hatten.“

Die Seekühe säugen ihre Jungen mindestens zwölf Monate lang. Das ist bemerkenswert, da Elefanten eine Trächtigkeit von bis zu 22 Monaten haben und die Jungen bis zu 3 Jahren bei der Mutter trinken. Einige Seekuh- Weibchen hat man bis zu einem Jahr nach der Entwöhnung mit dem Jungen zusammen gesehen. Manchmal nimmt ein Muttertier sogar ein fremdes Kalb an und nährt es.

Gelegentlich nämlich schließen sich Tiere vorübergehend zu lockeren Verbänden zusammen, wobei es beliebig zu sein scheint, wer dazu stößt oder wieder seiner Wege zieht. Es scheint, dass auch das Sozialverhalten, vor allem das sich Kümmern um Nicht-Blutsverwandte, die Intelligenz fördert, wenn die Umwelt sie fordert.

Hund, Katze und sonstiges Raubtier

Dormaalocyon latouri: Stammeltern aller Predatoren
Dormaalocyon latouri: Stammeltern aller Predatoren

Hunde und Katzen sowie Hyänen und Marder, Robben, Löwen, Bären und Wölfe haben einen gemeinsamen Vorfahren: den Dormaalocyon latouri, der vor circa 55 Millionen Jahren in den Wäldern lebte.

Marder gehören zu den hundeartigen Raubtieren ebenso wie Dachse sowie Kleinbären (Waschbär und Nasenbär).

Hundeartige haben kein besonders spezialisiertes Gebiss, Katzenartige sehr wohl.

 Katzen und Hunde, die als die größten Streithanseln gelten, sind miteinander verwandt! Spannend wäre es allemal, wie sich der unterschiedliche Charakter von Hund und Katze herausgebildet haben.

 

Der Dormaalocyon latouri, im Grunde Vorfahre aller fleischfressenden Säugetiere, war kein Räuber an der Spitze der Nahrungskette, sondern begnügte sich wohl mit kleinen Säugetieren und vor allem Insekten. Er bewegte sich eher wie eine Katze durch das Geäst von Bäumen, hatte aber primitive Zähne, was ihn wieder den Hunden näherbringt. 

(Katzen haben ein hochspezialisiertes Gebiss).

Vor 55 Millionen Jahren war im tropischen Regenwald die Temperatur höher als heute und so differenzierten sich rasch unterschiedliche Arten von Fleischfressern heraus. Als Jäger war der Dormaalocyon  (das heißt: der bei Dormaa gefundene) im Vergleich zu den Krokodilen nur Nebendarsteller, machte aber durch den Variantenreichtum, den seine Nachfahren besitzen und auch das Wachstum (bis zum Grizzlybären!) erstaunliche Karriere.

Hund und Katz sollten sich eigentlich wirklich vertragen, haben sie beide es unter allen Fleischfressern bis in die Wohnungen und Herzen der Menschen geschafft.

Wale, Delfine, Schweine, Giraffen und Kamele

kein Nilpferd, sondern Vorstufe zum Wal
kein Nilpferd, sondern Vorstufe zum Wal
Drei Schritte zu Wal und Delfin?   Der Älteste hatte noch ein Fell, der nächste (unten) lebte amphibisch und die ersten Wale tranken noch Süßwasser.
Drei Schritte zu Wal und Delfin? Der Älteste hatte noch ein Fell, der nächste (unten) lebte amphibisch und die ersten Wale tranken noch Süßwasser.

Dass der Delfin, der zur Klasse der Wale /Zahnwale gehört, als Ururururahn einen Paarhufer hatte, der vor etwa 50 Mio Jahren auf der Erde lebte und irgendwann ganz ins Wasser ging, ist schon erstaunlich. Fossilien aus Pakistan belegen dies nebst DNA Befund.

Das heißt, dass Kamele, Giraffen und Flusspferde aber auch Schweine zur Familie gehören. Das  wird wohl nicht so leicht in manchen Kopf  gehen.

Immerhin stehen sich aber Schwein, Delfin und Wal intelligenzmäßig sehr nahe. Sie sind alle sensibel, wie auch das Kamel, bzw Trampeltiere.

 

Das Fossil vom Stammvater der bemerkenswertesten Säugetiere der Meere (Zwei Wale können sich quasi rund um den Globus per Infraschall miteinander unterhalten!) wurde in Nordpakistan gefunden und zeichnete sich durch große Füße und einen kräftigen Schwanz aus, was durchaus guten Schwimmkünsten zuträglich ist.

 

Kräftige Beine, gut bewegliche Hand und Ellbogengelenke sind nötig, um sich an Land zu bewegen.

Pakicetiden hatten die Körperform überdimensionaler Ratten und waren so groß wie Schäferhunde. Langsam formte sich der Schädel in Richtung Wal, wobei ihr Erbgut dem von Flusspferden ähnlich ist. Sie lebten amphibisch am Thetysmeer. Der Kontinent, auf dem sie lebten, hieß damals noch Pangäa, ein Superkontinent, der auseinanderbrechen und die heutigen Kontinente bilden würde.

 

Ihr Gehör zeigt sowohl Merkmale von Landsäugetieren aber Ansätze wie bei den späteren Walen zeigt, da es ganz anderer Strukturen braucht, um im Wasser Klänge und Geräusche wahrzunehmen.

 

Die Abstammung der Wale zu rekonstruieren ist nicht leicht, denn sie haben ja wirklich nichts mit Pelzträgern gemein sondern sehen Fischen ähnlich. Sogar Charles Darwin meinte ironisch, „...dass ein schwimmender Bär, der mit aufgesperrten Maul Insekten fängt, auch ein Ausgangspunkt für die Stammgeschichte der Wale sein könne“ (VGL: Spektrum der Wissenschaft 7 / 2002, Seite 26 Kate Wong: Wale der Urzeit )

Es waren vor den DNA Analysen vor allem die Zähne der Wale, welche Forscher auf die richtige Fährte lockten, bevor man eindeutige Fossilien ausgrub.

Zehn Millionen Jahre nach dem Pakicetus hatten „Walfossilien“ immer noch Füße, die aber weder zum Schwimmen noch zu Wanderungen an Land wirklich taugten. 1992 wurde der Ambulocetus Natans ausgegraben, der laufende und schwimmende Wal, der in 42 Millionen Jahre alten Felsen geparkt war.

 

Noch bei  27 Millionen Jahren alten „Walfossilien“ gab es erkennbare Hinterbeine, bei den heutigen Tieren sind sie völlig rückgebildet. Die Natur brauchte also zig Millionen Jahre um Beine verschwinden zu lassen und Flossen zu bilden!

 

Hatte die Forschung zunächst damit geliebäugelt, dass Wale und Delphine von fleischfressenden Huftieren, (Mesonichya) abstammten, musste sie sich das eher unwillig abschminken: Wale sind Paarhufer. (Kate Wong).

 

Ähnlichkeiten zwischen unterschiedlichen Tiergruppen kommen übrigens dadurch zustande, dass sie sich an ähnliche Lebensweisen anpassen müssen. Die Meersäuger samt Flipper wären übrigens schon mit Elefanten verwandt, nur dass diese Unpaarhufer sind und sich von einem bislang angenommenen gemeinsamen Vorfahren auseinanderentwickelt haben. Das weiß man erst, seitdem man die Molekulargenetik beherrscht.

Mensch und Affe und….Spitzhörnchen

1967 erregte Desmond Morris´ Buch „der nackte Affe“ einiges Aufsehen. (vielleicht auch, weil er sich tierisch über die menschliche Sexualität ausließ).

Es gibt einhundertdreiundneunzig Arten heute lebender Affen, Tieraffen und Menschenaffen.  Bei einhundertzweiundneunzig ist der Körper mit Haar bedeckt; die einzige Ausnahme bildet ein nackter Affe, der sich selbst den Namen Homo sapiens gegeben hat, schreibt am 29.3. 1968 der berühmte Schriftsteller Arthur Koestler in der „Zeit“

 

Mittlerweile zitiert auch manch ein Verhaltensforscher gerne Primaten, wenn er über Menschen redet.

 

Aber es war nicht Morris, sondern Charles Darwin, welcher im Grunde dem Menschen seine direkte göttliche Abstammung absprach und so bis heute Bibelfundamentalisten gegen sich aufbrachte. Dabei war er studierter Theologe. The Survival of the fittest, also das Überleben des Stärksten wurde ihm übrigens auch falsch ausgelegt, den fit bedeutet passend, angepasst.

Wir haben es ja verdaut, dass Bonobos und Orang Utans uns sehr nahe stehen, weil wir in ihnen immer mehr menschliche Züge entdecken. Sie haben  ja sogar gelernt, mit uns in Zeichen- oder Gebärdensprache zu kommunizieren. Der Abstand vom Menschen zu den behaarten Affen hat sich dank You-Tube- Videos emotional verringert.  Das ist auch eine Leistung, wenn man bedenkt, dass Europäer zur Zeit der Aufklärung  noch afrikanische Ureinwohner in die Nähe der höchsten  Tiere (Affen) stellten. Dabei ist Afrika der Kontinent mit der größten genetischen Vielfalt.

Tierdokus scheinen zu bestätigen: Primaten haben Kultur, Werkzeuggebrauch, Humor und können Fremdsprachen lernen (was Zeichen und Gebärdensprachen ja sind).

Allerdings, wenn sie die ältere Spezies sind, haben wir derlei Fähigkeiten wohl von ihnen, in ihnen war es schon angelegt, in uns hat es sich entwickelt.

Wie auch immer. Es geht ja um Verwandschaften.

Um Wahlverwandschaften?

 

Hätten wir uns jenes kleine Insekten jagende Tier als unseren Stammvater und jenen aller Affen freiwillig ausgewählt? Eins, das zumindest in seiner heutigen Form gern mal besoffen im Dschungel rumkugelt? (oder auch nicht, denn es soll ziemlich alkoholresistent sein)

Die Rede ist vom Spitzhörnchen oder „Saufhörnchen“, wie sie die Süddeutsche Zeitung nannte. (Wobei "Spitz"  Schwips auf wienerisch bedeutet )-

Ihr Stoffwechsel ist so effektiv, dass sie den Alkohol, welcher aus der fermentierten Blüte einer Palme stammt, besser als Menschen vertragen.

 

Mittlerweile stellt die Zoologie die Spitzhörnchen den Fledermäusen (Fledertieren) näher als den Primaten. Das gilt wohl für die heutige Form.

Denn das Ur-Spitzhörnchen, (vielleicht der Purgatorius?) https://de.wikipedia.org/wiki/Purgatorius dessen Name „Hörnchen“ fälschlicherweise wegen der Ähnlichkeit mit den Eichhörnchen gegeben wurde, ist Stammvater der Gleiter und der Primaten (Gleiter sind Tiere, die im Gleitflug fliegen, wie das Flughörnchen.

 

Primaten sind genaugenommen nicht gleichzusetzen mit Affen, sondern mit jener Tiergruppe, aus denen sich der Erste aller Geschöpfe (Primus), der Mensch entwickelt hat. Der Urprimat war wohl eine Art Gibbon, genauer genommen:  ein sogenannter Trockennasenaffe:

War die Nase feucht- Ab zu den Lemuren, Loris und Makis.

War die Nase trocken, dann ab zu Pavianen, Gibbons und Menschenaffen.

Wie man sieht, Rotz hat immer schon die Eigenschaft gehabt, zu deklassieren…

Die tiefere Wahrheit bezüglich Klasse liegt jedoch nicht im Nasensekret, sondern darin, dass die Natur sich zwischen der extrem leistungsfähigen Sinneswahrnehmung und einem Gehirn, das fähig ist, durch Geräte die Sinneswahrnehmung ins fast unermessliche zu steigern (denken wir an Teleskope oder Seismographen), entschieden hat.

 

Die feuchte Nase ist nämlich als Riechorgan leistungsfähiger als eine trockene.

 

Was sich in Richtung Intelligenz entwickelt, verwendet generell dort Werkzeuge, wo die eigene Anatomie versagt. Das betrifft nicht nur Affen, sondern auch Vögel—welche Nachfahren der Dinosaurier sind. 

Ihr Antlitz gleicht in vielen Stücken dem des Menschen : denn sie haben ganz ähnliche Nasen und Ohren und ebenso gebildete Vorder- und Backzähne, schrieb schon Aristoteles in seiner Tierkunde über die Affen.

 

Ein kleiner Schädel, erst 2014 gefunden, gehört dem Vorfahren von Menschen und Affen und ist der älteste Beleg, zeitlich nach dem Spitzhörnchen, aber vor der Trennung von Mensch und Primaten: Er ist 13 Millionen Jahre alt und heißt Nyanzapithecus Alesi.

Alesi beweist noch nicht den Verlauf des Stammbaums, wohl aber, dass das Wunder Menschwerdung wohl wirklich in Afrika stattfand. Dort leben heute noch die Nachfahren des ältesten Homo Sapiens, die Khoi San, die Buschmänner aus Namibia und Südafrika.


Und die Moral von der Geschicht´

Man sollte Äußerlichkeiten nicht trauen. Vieles ist anders miteinander verknüpft als wir gerne wahrhaben wollten.

Wenn man sich Empathie und Intelligenz ansieht, so hat die Natur sie unter vielen Tierarten verteilt, sogar unter Vögeln, welche ja bekanntlich Nachfahren der Dinosaurier sind.

 

Intelligenz und Charakter sind nicht an Äußerlichkeiten gebunden, sie können sich in jeder Art entfalten. Dass wir etwa schönen Menschen mehr Intelligenz zutrauen, ist vielleicht eine Prägung, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat, aber der Schönheit die Chance einräumt, Intelligenz zu erlangen. Wie schon Einstein Marylin Monroe antwortete, als sie schwärmte: Professor, was hätten wir für Kinder! Ihre Intelligenz und mein Aussehen! (die Antwort war ganz im Sinne der Relativitätstherie:) No und wenn´es umgekehrt wäre? Ihre Intelligenz und mein..

 

Diesen Artikel hätte man sich auch sparen können, ist ein einleuchtendes Argument, zumal alles mit Einzellern begann. Letztendlich ist jedes Lebewesen mit jedem verwandt. Also auch Dinosaurier und Insekten mit uns..

 

Das Spannende daran ist, es hat sich Vielfalt entwickelt und quer durch die Vielfalt sind wieder Ähnlichkeiten entstanden, wo zuvor stammesgeschichtlich die Entwicklungen auseinander gedriftet sind.

Bei aller Komplexität und bei allem Variantenreichtum vergisst die Natur nie ihren Grundbauplan, den sie in der Embryonalentwicklung aller Lebewesen immer wieder wiederholt.

 

(Wobei diese Feststellung idelogisch instrumentalisiert werden kann, das erfuhr schon Ernst Haeckel im 19. Jahrhundert, denn es stellt die Position des Menschen in der Schöpfung zur Diskussion).

 

Erstaunlich ist, (oder eben nicht erstaunlich), dass sich bekriegt, was ursprünglich zu einer Familie gehört.

Offensichtlich jedoch ist das egal, denn es bleibt doch alles in einer Familie, auch wenn sich die Verwandschaftsverhältnisse seit den Einzellern verdünnisiert haben. Unsere Blutsverwandschaft zu allen Lebewesen manifestiert sich also in homöopathischen Dosen.

Dabei ist oft die Verwandschaft stärker, wo es optisch gar nicht danach aussieht. Das weiß man schon vom Human Genomprojekt, wo zwei Genome (also die Gesamtheit des Erbgutes) etwa zwischen einem Ureinwohner Australiens und einem Europäer ähnlicher sein können als zwischen zwei Europäern. Männer ähneln Affen mehr als Frauen, schrieb die rheinische Post 2012. Und das ist nicht polemisch gemeint.

 

Wir haben also genauso gut mit Fledermäusen  verwandschaftliche Verbindungen, wenn sie auch schon sehr weit weg liegen, ebenso wie wir auch immer noch was von Reptilien und Fischen haben, wie es unsere Embryonalentwicklung erzählt. Aus den Kiemenbögen z.B.  entwickeln sich beim Menschen Unterkiefer, Hörapparat und Stimmapparat.

 

 

Die Evolution zeigt: gleich in welche Richtung sich ursprünglich Gleichendes entwickelt, tendiert alles zur Optimierung.

Vielfalt ist nicht dazu da, sich zu bekämpfen, sondern sich zu ergänzen und an neue Gegebenheiten anpassungsfähig zu bleiben.

Ihr Sinn und Zweck ist es, für Alle einen Platz zum Leben zu finden und entsprechend Ressourcen zur Verfügung zu haben. In diesem Sinne ist die Gesamtheit aller Lebewesen eine Familie.


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