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Die Sprachen der Tiere

  • Sprache ist mehr als Bla-blah
  • Musikalische Sprachen
    • Wale und Vögel
  • Körpersprache: 
    • Körpersprache der Pferde
    • Bienentanz
    • Farbsprache: Oktopoden, Chamäleons
    • Geruchssprache: Ameisen und Pflanzen
  • Haustiere, Hund, Katze, Hühner
  • Sprachgenies:
    • Papageien und Primaten
  • Sprachverwendung bei Tier und Mensch


Sprache ist mehr als Bla-blah

Ja, wir Menschen: Wir machen den Mund auf und sprechen: gedankenvoll oder gedankenlos reihen wird Wörter und Sätze aneinander und manchmal auch nur Äußerungen.

  „Ähs“ und „Pahs“ und „Pffts“, verdrehen unsere Augen, verziehen den Mund, erröten, beugen uns vor oder scharren mit den Füßen. Alles zusammen ist Kommunikation und wenn wir andere beurteilen, so hat das Gespräch einen Bruchteil Einfluss auf unseren Eindruck. Vielmehr stützen wir uns auf unsere Gefühle, mit denen wir auf Nonverbales reagieren, während wir mehr oder weniger zuhören.

 

Während wir erst jetzt beginnen, die Äußerungen von Tieren zu verstehen und diese schon besser deuten. Während wir sogar die Kommunikation von Pflanzen wahrnehmen, die bisher als Wesen ohne Bewusstsein galten, verstehen uns andere Lebewesen wesentlich besser. Sie durchschauen uns, reagieren bereits auf unsere Absichten, bevor diese uns bewusst werden, und lernen sogar Fremdsprachen, wobei sie sich nicht um Sprachniveaus scheren sondern nur um die Beziehung, die sie mit uns aufnehmen.

 

Ein schönes Beispiel ist das Gequatsche der Katzen. Das Maunzen und Grummeln lassen sie bei Artgenossen eher weg: Da ist Pfauchen, Schnurren, Schwanz und Haare aufstellen, Blinzeln und Spucken (bei großer Abscheu) angesagt. Mit uns aber parlieren sie, wie sie es eben bei uns beobachtet haben. Kann gut sein, dass sie uns für begriffsstutzig halten, was manchmal ihr Kralleneinsatz beweist.

Das Bellen der Hunde ist auch jüngeren Datums, vielleicht erst aus dem Kontakt zu Menschen entstanden, denn Urhunde hatten einen flachen Kehlkopf und so verständigten sie sich wenig mittels „Wauwau“. Möglicherweise hat der Mensch durch Zucht Welpeneigenschaften verstärkt und so verwendeten gezüchtete und gezähmte Hunde mehr und mehr dieser Laute.

Es wird Zeit für einen Streifzug durch die Tiersprachen, ohne hohe linguistische Ansprüche. Die dürfte man zwar stellen, denn Tiere können durchaus auch etwas mit Grammatik und Dialekt und Fremdsprachigkeit innerhalb der eigenen Art anfangen. Aber damit schlagen sich hoch spezialisierte und qualifizierte Wissenschaftler herum, die dafür sogar ziemlich leistungsstarke Computer brauchen, um Tieren auf die Schliche zu kommen, welche den Homo Sapiens auch ohne lange Ansprache gründlich durchschauen. Dass sie uns trotzdem zum Opfer fallen, ist wohl der Durchtriebenheit und der technischen Überlegenheit der Menschen zu verdanken, die schwer lesbare Maschinen (etwa Gewehre oder Autos) zwischen sich und die Kreatur bringen.

Musikalische Sprachen

Aufnahme: AHA
Aufnahme: AHA

Dass Vögel singen, ist ziemlich bekannt. Auch, dass es Wale tun, deren Gesänge, schnell abgespielt, wie Vogelgezwitscher klingen. Dass es Krokodile vollführen, erstaunt. Zumindest brummen sie in tiefen Basstönen, ebenso wie Elefanten es im Infraschallbereich tun, um sich so unhörbar zu verständigen.

Auch Fische haben bei der Paarung ihre eigenen Arien. Gibbons, Antilopen und Frösche mögen Duette, wenn sie verliebt sind.

 

Bauern singen ihren Tieren oft verschiedene Silben und Melodien vor. Mongolische Hirtennomaden haben für jedes Tier einen eigenen Gesang. Bekannt wurde das durch die „Geschichte vom weinenden Kamel“, als eine Mutter ihr Fohlen nicht trinken ließ, holte man einen Obertonsänger, der solange auf der Pferdekopfgeige spielte und sang, bis sich sogar Tränen aus den Augen des Trampeltieres lösten. Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Der Gesang findet auf der Silbe „Hosch“ statt, wie ich mich selbst vor Ort überzeugen konnte. Wenn Kamele grasen und man singt, kommen sie und hören zu. Menschen, die eng mit ihren Nutztieren leben und sie respektieren, wissen auch um deren Musikalität.

 

Menschen verwenden Musik und Töne, um  miteinander über größere Entfernungen zu sprechen. Z.B. von Berg zu Berg teilen sie sich über mehrere Kilometer  komplexe Sachverhalte mit. Diese Sprache ist als Jodeln bekannt, also mehr als nur Volksmusik. In Oaxa, Mexiko, verwenden die Indios eine hochkomplizierte Pfeifsprache. El Silbo, eine weitere gepfiffene Sprache, wird heute nur noch auf La Gomera verwendet und früher wohl auf allen Kanarischen Inseln gepfiffen.

 

Die Inuit haben einen schnarrenden Kehlkopfgesang, der auch bei Nacht und Nebel verirrte Seehundjäger viele Kilometer weit sicher zurückholen kann. Viele Lautsprachen haben auch tonale Regeln: Unterschiedliche Tonhöhen spielen im Chinesischen, Burmesischen und vielen weiteren asiatischen Sprachen eine wesentliche Rolle für das Verständnis.

 

 

Wale und Vögel

Über den Vogelgesang zu schreiben ist ebenso schwierig wie über den Walgesang, so kompliziert und vielfältig ist Beides. Aber kann man den Gesang von Abkömmlingen von Dinosauriern, den Vögeln mit dem von Säugetieren (Walen) vergleichen? Kann der Schall der Säugetiere mehr als der Gefiederten? Können Menschen das mit ihren Gehirnen beurteilen?

Untersucht werden die Walgespräche unter Anderem von von Institutionen wie das Forschungszentrum für Bioakustik der Cornell University. Dabei fand man heraus, dass die Meeressäuger eine große Reichweite haben, nämlich von mehreren tausend Kilometern. Wale von Neufundland können Wale von den Bermudas hören. (Über 2300 Kilometer) Und das ohne Satelitentelefon. Das wäre, als ob sich zwei Leute nur mit Hilfe ihrer Stimmbänder zwischen Athen und Kopenhagen unterhalten könnten.

 

 

 Blauwale können so laut sein wie ein startendes Raumschiff. Buckelwale singen, wenn sie verliebt sind, bis zu 30 Minuten lang und das in einer Lautstärke von 190 Dezibeln. Und jedes Jahr verändern sie ihre Lieder ein bisschen. Grönlandwale singen April bis November 24 Stunden pro Tag. Forschern gelang es, 184 verschiedene „Lieder“ zu unterscheiden.

Der Gesang der Wale schaffte es übrigens bis in die unendlichen Weiten des Universums: Auf der CD, die man mit dem Raumschiff Voyager 1977 mitschickte, hört man nicht nur Musik von Bach oder Beethoven, sondern eben auch die Melodien der größten Säugetiere der Erde.

Umstritten, aber dennoch erwähnenswert ist ein Projekt, das Delphinsprache (und Wahrnehmung) erforscht: SpeakDolphin von Jack Kassewitz, der ursprünglich mit behinderten Kindern arbeitete, bevor er ein bunt zusammengewürfeltes Team, das auch besondere Computertechnologie verwendet, die Flipper belauschen ließ. Er ist der Meinung, dass Delphine ein Sono-visuelles Sprachsystem für Kommunikation verwenden. Nachdem es sehr schwierig war, die unterschiedlichen Töne, die Delphine benutzen, zu analysieren, besann man sich darauf, dass diese beliebten Meeressäuger eine Art Echolot zur Erfassung ihrer Umgebung verwendeten, wie eben das eines Schiffes, das mit Hilfe von Schallwellen den Meeresboden abtastet. Mittlerweile verwenden übrigens auch viele Erblindete das Klicksonar, was heißt, dass sie einfach klicken um Hindernisse zu erkennen und zu umgehen.

 

Bilden auch Wale Gegenstände mittels Schall ab? Vielleicht ja nicht so, wie ein Computer das sieht oder sichtbar macht. Dann müsste nämlich nachgewiesen werden, dass ihre Gehirne Strukturen haben, die Sonarhieroglyphen entsprechend zu verarbeiten...Nachdem man z.B. bei Orcas etwa auch Dialekte nachwies, könnte das Erforschen ziemlich kompliziert werden…

Neben Orcas verfügen auch Belugawale über erstaunliche Begabungen. Noc, ein Beluga-Männchen, konnte menschliche Stimmen imitieren. Dafür senkte er seine Tonlage um mehrere Oktaven, um sie jener von uns Menschen anzupassen. Einem anderen weiblichen Wal gelang es auf Anhieb, sowohl Laute von Artgenossen als auch von Menschen nachzuahmen. Dabei war es egal, ob sie diese Laute schon einmal gehört hatte oder nicht. https://www.sciencealert.com/orca-killer-whale-learns-to-mimic-human-speech-hello-bye-bye-language

 

Übrigens imitieren auch Seelöwen und Robben Menschen von sich aus erstaunlich gut.

Körpersprache

Foto: AHA
Foto: AHA

Die oft ignorierte, aber gerade heute auf den sozialen Plattformen (der Selbstdarstellung) verwendete Sprache ist die Körpersprache. Nichts ist so wichtig geworden wie posieren und präsentieren und es scheint, als ob Menschen das Balzen erfunden hätten. Wobei Balzposen, das wissen Werbeprofis schon länger, nicht Sexversprechen verkaufen, sondern Autos, Kosmetika, Mode, Möbel und sonstige Prestigeobjekte.

 

Niemand käme auf die Idee, statt eines Parfums, eines Softdrinks oder eines Autos den Kerl oder die Frau zu wollen, die da so schön für Konsumgüter, Sparbücher und Sonstiges wirbt. (Echt?) Eins ist sicher: So einen, so eine wie im Werbespot kriegt man mit dem Ding, das man gekauft hat, wahrscheinlich nicht. Nicht einmal das Gefühl das die Schauspieler vermitteln, wird jemals wieder empfunden werden. Nachdem Fernsehen und Co meistens Spitzendarsteller einsetzen, um Einschaltquoten zu erzielen, kaufen wir ihnen nicht nur die Rollen ab, sondern verwechseln oft mal Rolle mit Person. Das können übrigens auch viele Tiere: Mittels Körpereinsatz vortäuschen, zu sein, was sie nicht sind...

Unsere Haustiere setzen gezielt ihren Körper ein, um um unsere Gunst zu werben, und zumindest ein Leckerli zu erhaschen.

Doch wir können auch bei Tieren mit unserem Körper schauspielern. Ihnen übermitteln, was wir wollen.

Blickkontakt, Muskelspannung, Beckenhaltung, aber natürlich auch unser Geruch spielt eine Rolle, denn unser Körpergeruch übermittelt auch, wie es um unsere Gefühlslage bestellt ist. Doch zur Geruchssprache später...

 

Bei Körpersprache fallen einem die Pferde ein, die diese wohl auch verwenden, um keine leichte Jagdbeute zu werden, indem sie sich durch Laute verraten. Eine weitere Form der Körpersprache ist der Tanz. Abwegig? Dann müssen wir mal über Bienen und Blumen reden. Übrigens gibt es auch eine Form des Tanzes unter Menschen, die was erzählt...äh.. wohl eher vorgaukelt: Es sind Tänze zur Anwerbung von Soldaten, in Ungarn werden sie (aus dem Deutschen abgeleitet) Verbunkó genannt. Da werden eine Menge Märchen erzählt…

Der kluge Hans. Bildquelle: Wikipedia
Der kluge Hans. Bildquelle: Wikipedia

Die Körpersprache der Pferde

 

(Nicht erst) seit „Pferdeflüsterer und Horsemanship“ wissen wir: Unser Gequatsche nützt nichts, wenn es nicht auch authentisch vom Körper ausgedrückt wird.

Pferde können die Körpersprache hervorragend lesen, wie das die Episode vom „klugen Hans“ beweist: Der Besitzer des Pferdes dieses Namens war 1904 davon überzeugt, seinem schlauen Gaul das Rechnen beigebracht zu haben. Auf die Frage: „Wie viel ist 2 mal 2?“ klopfte das Tier brav vier Mal mit dem Huf und brachte natürlich auch Schwierigeres zustande.

Sogar eine dreizehnköpfige Gelehrtenkommission wusste Hans zu beeindrucken. Tatsächlich kam es zu vielen verblüffenden Vorführungen, auch von Uhrenlesen und Gesichter namentlich zuordnen, bis ein Gutachter dahinterkam, dass Hans plötzlich versagte, wenn niemand im Publikum die Lösung wusste. Man entdeckte, dass die Anwesenden unbewusst minimalste Bewegungen vollführten, welche die Lösungen verrieten. Ein Phänomen, das man heute als ideomotorischen Effekt bzw. Carpenter-Effekt kennt. Das Pferd,  ein geborener Mentalist, wusste diesen Effekt zu nutzen. Ab da ging es eine Zeit lang bergab mit Experimenten mit Tieren, wo Menschen Sichtkontakt hatten. 

Susanne Zürcher veröffentlichte im Internet eine wunderbare Maturaarbeit (2002/03 in Zug) über Kommunikation von und mit Pferden.

 

Sie schrieb: „Das Pferd ist ein Herdentier. Um in einer grossen Gemeinschaft friedlich miteinander leben zu können, müssen die Pferde sich verständigen können. Da in der freien Wildbahn jedes Geräusch einen potentiellen Jäger anlocken kann, verständigen sich diese Tiere fast ausschliesslich mit Hilfe ihres Körpers.“

Dazu muss man wissen, dass Pferde sehr gut sehen und alles wie unter einer zehnfachen Vergrößerungslupe wahrnehmen.

 

Ein paar Beispiele seien genannt: Leithengste treiben ihre Stuten mit Kopfbewegungen mit ausgestrecktem Hals, was ursprünglich von einer Bissdrohung kommen soll. Die Vorstellung hat was Lustiges an sich, nachdem Menschen, wenn sie emotional sind, auch ihren Kopf schwenken, wenn sie andere zum Weitergehen bewegen wollen. Das wirkt wohl deswegen so gut, weil es die Androhung des Beißens beinhaltet…Günther Paal 2021: „Tiere kommunizieren in Konditionalsätzen miteinander:“Wann´s is, hau i di niader (wenn es sein soll, schlag ich dich nieder)“.

Senkt ein Jungtier in der Auseinandersetzung z.B. mit einer älteren Stute den Kopf, ist das ein Diskussionsangebot, wobei der Stute die Chefrolle überlassen wird.

Das sich vorsichtig in die Nüstern pusten als Freundschaftsangebot auf Augenhöhe, wie es beim Kennenlernen zwischen Pferden passiert, ist in Zeiten von Corona nicht anzuraten..

Gorillas verwenden übrigens für die Kommunikation eine Körpersprache, ähnlich wie die Gebärdensprache der Gehörlosen. Dadurch ist es erklärbar, wie Koko, die berühmteste Gorilladame der Welt, mehrere hundert Gebärden erlernen konnte, sogar jene für „traurig“ und „weinen“. Obwohl Gorillas nicht weinen können, wenn sie trauern, wandte sie die Geste an, als ihr eine Trainerin bedeutete, dass sie ihr Baby verloren und eine Fehlgeburt erlitten hätte. Zudem machte Koko die Geste der Umarmung, zeigte also, dass sie Trost spenden wollte.

Katzen begrüßen nur Menschen mit hochgerecktem Schwanz. Ihre Körpersprache ist bei Artgenossen ganz anders. Menschen synchronisieren ihre Körpersprache nachgewiesenermaßen, etwa Herzschlag, und Menstruationszyklus. Körper sprechen auch miteinander, wenn Menschen einander in Gestik und Gesichtsausdruck spiegeln. Das ist ein Hinweis, dass sie miteinander harmonieren, indem sie etwa das gleiche tun, wie ihr Gesprächspartner. Das macht jeder unbewusst, wird aber im neurolinguistischen Programmieren, einer psychologischen Therapieform verwendet, um Vertrauen aufzubauen.

 

Der Bienentanz

 

Siebzig Jahre nach der Entdeckung der Tanzsprache wird immer noch emsig darüber geforscht: Der Bienentanz ist eines der wenigen Beispiele symbolischer Kommunikation im Tierreich, und das einzige bei Insekten. Eine reife Leistung bei nur einer Million Gehirnneuronen, ihren Mitbewohnerinnen vom Bienenstock die Lage von Futterstellen mitzuteilen. Karl Ritter und Frisch brachte der Tanz der Bienen den Nobelpreis ein, obwohl Ernst Spitzner 1788 Flugmuster erkannte und sogar Aristoteles (vor 2300 Jahren) besondere Bienenflüge beobachtete.

 

In jüngster Zeit kam man darauf, dass die Bienen dem Tanz an sich keine Aufmerksamkeit schenken, wenn der Duft des mitgebrachten Nektars (welchen die tanzende Biene in den Tanzpausen mit dem Rüssel umgebenden Bienen anbietet) derselbe wie bei einer bekannten Futterstelle ist.

 

Paul Watzlawick erzählt in seinem Buch: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?S. 15 ff., erstmals erschienen 1976, über österreichische und italienische Bienenarten. Beide haben 3 Tänze für verschiedene Entfernungen: Rundtanz, Sicheltanz, Schwänzeltanz, von ganz nah bis ganz weit. Die italienische Biene verwendet den Schwänzeltanz für Mindestens 40 Meter Distanz, die österreichischen aber für Entfernungen ab 90 Meter. (Wie war das mit den fleißigen Österreichern? Hat mal jemand nachgedacht, dass das mit der Temperatur zusammenhängen kann? Nämlich, dass es in Italien einfach zu heiß und damit zu gefährlich ist, weite Flüge zu absolvieren.) Die genaueren Enfernungsdetails werden übrigens über die Dauer des Tanzes mitgeteilt.

In allen Lebewesen löst Tanzen Leidenschaft und Gemütsbewegung aus, schreibt Hazrat Inayat Khan in „Musik und kosmische Harmonie“. Wissenschaftler klären das gerade, ob und welche Gefühle verschiedene Tiere überhaupt haben.

Farbe

Oktopoden und Chamäleons

 

Zur Körpersprache zählt nicht nur Bewegung, sondern auch Färbung.

Immerhin erröten Menschen, erbleichen und kriegen heiße Nasenspitzen (Pinocchio und seiner wachsende Nase beim Lügen haben sich hiervon inspirieren lassen).

All dies besorgen bei Menschen Botenstoffe bzw. Hormone.

Oktopoden und Chamäleons sind allerdings Meister des Farbenspiels und sie können ihre Färbung bewusst erzeugen.

 

Kraken machen das, indem sie die Hautoberfläche verändern und so Dichte und Position lichtreflektierender und irisierender Zellen. Dabei sind viele Tintenfische farbenblind! Man könnte also meinen, diese urtümlichen Weichtiere hätten sowas wie ein Esperanto entwickelt, eine Kunstsprache für andere Tierarten!

Je nach Farbe kann man ihre Gelüste und Launen ablesen. Zwischen 30 und 40 Muster bilden die Tintenfische. Wenn Oktopoden Menschen verstehen wollen (etwa ihre Zoowärter) tasten sie die Haut ab und schmecken die Hormonzusammensetzung. Dann wissen sie wie Zweibeiner drauf sind. Sie haben übrigens die gleichen Hormone wie Menschen.

Färben sie sich wie eine wandernde Wolke, wollen sie Krebse erschrecken, damit sie sie verspeisen können. Verdunkelt sich ihre Haut, dann sind sie aggressiv (das tun etwa Männchen im Kampf). Helle Farben wiederum signalisieren Unterwürfigkeit (und zeigen bevorzugt auch Weibchen, manchmal aber auch schlaue Männchen). All das können sie mit dem Gehirn steuern, und wenn sie bewusst ihre Gedanken offenbaren, so ist der Farbwechsel klarerweise eine Sprache. Immerhin, auch schlafende Achtfüßler verändern die Farbe, vielleicht träumen sie, vermuten sogar Wissenschaftler von der Max-Planck-Gesellschaft.

 

Chamäleons

Auch sie drücken sich über Farben aus, wenn auch nicht so geschickt und schnell wie Tintenfische. Wenn sich zwei Männchen begegnen, liefern sie sich einen sogar einen Kampf der knalligsten Farben.

Das schwächere Männchen zeigt die Friedensflagge, indem es den Farbwechsel einstellt. Manche männlichen Chamäleons geben sich sich mithilfe ihrer Farbgebung als Weibchen aus, um Kämpfe zu umgehen.

 

Geben sie aber mit Hilfe von Farbenspielen bei Weibchen an, zeigen diese ihr Desinteresse ebenfalls durch bestimmte Farben an. Zu sagen, "du interessiert mich aber  so überhaupt nicht.“, ist komplizierter.

 

Sehr dunkle Färbung bedeutet bei Weibchen an paarungswillige Männchen: “Schleich dich!“. Dafür müssen sie nicht mal den Mund aufmachen. Außer zur Kommunikation dient das Farbspiel auch zur Temperaturregelung. Helle Körper reflektieren das Licht und bleiben so kühl.

Plakatives Mimikry, wie bei manchen Insekten und Reptilien, die durch Farbe, Musterung oder Körperzeichnung Giftwerkzeuge und Gefährlichkeit simulieren, dürfte wohl die Anfängerstufe der bunten Kunst der Konversation bedeuten…

Geruch

Ja, auch wir Menschen teilen uns über Gerüche mit: bewusst, wenn wir Duftwässerchen verwenden und unbewusst, wenn unser Gefühlsleben dank Hormonen Duftspuren hinterlässt. Frauen, die den Eisprung haben, sollen etwa ganz zart nach Veilchen riechen...was wohl die Beliebtheit der Blume bei Parfums mit erklärt.

Ameisen und Bäume kommunizieren mittels Düften, was aber auch Hunde oder andere Säugetiere tun es. Bei letzteren bedeuten ihre Duftmarken: „Das gehört mir.“ Wenn etwa eine Katze sich an einem reibt, ist es nicht immer pure Zuneigung, sondern auch ein Besitzanspruch, da sie ihren Duft abreiben. Sie bedienen sich eben auch der sogenannten Chemokommunikation.

 

https://www.welt-der-katzen.de/katzenhaltung/ethologie/chemo/chemo.html

 

Manche Katzenarten setzen mit ihrem Urin in einer Nacht bis zu 200 Duftsignale mittels Urin.

Bei den Bäumen beginnt man nun auch langsam zu erkennen, dass sie wie andere Lebewesen mit Pflanzen und Tieren auf verschiedene Arten kommunizieren. Akazien in Afrika warnen andere Akazien vor Giraffen, damit diese ihre Äste nicht kahlfressen. Sie wehren sich dagegen, indem sie zuerst ihre Blätter bitter, dann giftig werden lassen. Ein von ihnen ausgesandter Duftstoff veranlasst auch Nachbarbäume, das selbe zu tun. Die Tabakpflanze lädt Insekten zu sich ein. Landen aber zu viele einer bestimmten Art auf ihr, schickt sie einen Duft aus, der die Fressfeinde der Insekten anlockt. Vielleicht haben Pflanzen keinen großen Wortschatz; aber „Hilfe“ und „Alarm“ beinhaltet er allemal.

 

Ameise:

Der Informationsaustausch bei Ameisen erfolgt größtenteils über verschiedene Duftstoffe und ist recht ausgeklügelt, sowie durch das Betasten mit den Fühlern. Die Duftstoffe nennt man Pheromone und die Sprache der Gerüche ist die wichtigste Verständigungsmöglichkeit der Ameisen. Es gibt für jede Situation andere Körpersubstanzen (Sekrete), zum Beispiel für Alarm. Sie verwenden die Duftsprache auch beim Hintereinanderlaufen. (Tandemlauf) Verliert eine Ameise die andere, verspritzt die andere so lange Sekrete, bis sie sich gefunden haben.

An eine Mischung aus Gebärdensprache und Flaggenmorse erinnert das Antennenkreuzen. So berühren sich die Fühler beispielsweise kurz oder lang und abrupt oder gleitend. Sie praktizieren taktile Kommunikation. https://de.wikipedia.org/wiki/Ameisen

Haustiere: Hund, Katze, Hühner

 

Wie bereits erwähnt haben Hund und Katze sich an den Menschen angepasst und verwenden andere Signale, die sie sonst bei Artgenossen verwenden würden. Ein Beispiel ist dafür, dass sie gerne die Körperteile ihrer Artgenossen ins Maul nehmen, was liebevoll gemeint ist. Menschen interpretieren das als Beißen. Der Unterschied ist natürlich sichtbar, da keine Kraft verwendet wird. Aber weiß das ein Fremder?

Haushunde sind Abkömmlinge von Wölfen, das ist heute sicher. Sie bellen viel häufiger und jaulen weniger. (Zumindest als Sprache, nicht als Gefühlsbefindlichkeit). Vor allem Welpen bellen häufig. Das kann daher kommen, dass der Mensch vor allem Hunde gezüchtet hat, die zahm und lieb wie Welpen waren.

Immer noch verwenden Hunde auch sehr viel ihren Körper, wenn es um Mitteilungen geht und es genügt nicht, nur den Schwanz zu beobachten, weil Schweifwedeln sehr viel bedeuten kann. Da geht es schon um das Zusammenspiel von Haltung, Gesichtsausdruck, Ohren und Schwanzbewegung. Alleine ihre Menschen anzuschauen, kann Einiges bedeuten, z.B.: „Komm und hilf mir.“

 

Bei den Katzen wurde schon erwähnt, dass das Miauen von ihnen besonders für ihre Menschen eingesetzt wird. Geht der Ton hinunter, fühlt sich der Stubentiger nicht wohl, das Steigen der Tonhöhe imitiert wohl die Tonart, mit der Menschen mit kleinen Kindern sprechen. Es signalisiert Zufriedenheit. Ob Katzen uns für zu dumm halten, sie komplett zu verstehen? Könnte sein. Wenigstens haben sie bis jetzt noch nicht ihre Verachtung für unsere mangelnden Tiersprachenkenntnisse ausgedrückt.

 

Hühner

Hühner sollen als Sprachbeispiel für Nutztiere stehen. Da sie eher unter sich sind, haben sie wohl auch keine speziellen Ausdrucksformen für Zweibeiner entwickelt. Federvieh ist aber dennoch gescheit und kann mehr als gackern und krähen.

 

Das Krähen, wohl einer der bekanntesten Hühnerlaute, wird oft mit dem Hahn in Zusammenhang gebracht. Prinzipiell sind aber auch Hühner durchaus dazu in der Lage.

 

Wenn es in der Gruppe keinen Hahn gibt, kräht halt die ranghöchste Henne. Eine der wichtigsten Funktionen des Krähens ist es, durch seine hohe Lautstärke weiter entfernte und eventuell verirrte Hennen zu erreichen und ihnen den Weg zurück zur Gruppe zu weisen.

Aber auch als Kampfschrei vor einer Auseinandersetzung wird das Krähen von Hähnen gern verwendet, um den Gegner bereits vor dem Kampf einzuschüchtern.

Hühner und Hennen locken mit „tuck tuck tuck“, das meist mit hinweisenden Bewegungen kombiniert wird. Es bedeutet: „Hier gibt es Futter!“ Je nach Qualität des Fundes kann das Geräusch mehr oder weniger enthusiastisch ausfallen. Auf die gleiche Art rufen auch Glucken ihre Küken.

 

Hähne „lügen“ mit dem Lockruf auch in voller Absicht, um eine einzelne Henne an eine futterlose, abgelegene Stelle zu locken um sie dann zu besteigen. Lügen ist also auch kein Privileg der menschlichen Sprache. Vgl.: https://huehnerhaltung.org/lautsprache-von-huehnern/

Sprachgenies

Kanzi, der Bonobo, Illustrat.:AHA
Kanzi, der Bonobo, Illustrat.:AHA

Papageien und Primaten

 

Papageien und besonders Schimpansen verstehen die Bedeutung menschlicher Worte wie auch Hunde, was wissenschaftlich nachgewiesen ist. Prominent gewordene Vertreter der Bonobos und Gorillas haben Gebärdensprache nicht nur verstehen erlernt, sondern setzen sie aktiv ein um ihre Gefühle, Bedürfnisse und sogar Gedanken mitzuteilen.  (S.: Getroffen!).

 

Es gibt Affen, die mit ihren Händen bis zu 240 Zeichen der Amerikanischen Gebärdensprache beherrschen. Der erste Primat, der das konnte, war der Schimpanse Washoe, der auch Gefühle damit ausdrückte.

Affen setzen Gebärdensprache kreativ ein, etwa um neue Wörter zu erfinden wie "Trinkfrucht" für Melone oder "Wasservogel" für Schwan; sogar fluchen tun sie etwa so: "dreckiger L." Sie beherrschen natürlich Grammatik: Den Unterschied zwischen "Du kitzelst mich" und "Ich kitzele dich" erkennen sie oft besser als manche menschlichen Fremdsprachenlerner. Schon 1969 wurden die sprachlichen Fertigkeiten der Primaten veröffentlicht.

 

Umso interessanter ist es, warum Affen nicht wie Menschen sprechen können: Bisher glaubte man, es wäre wegen der Anatomie des Kehlkopfes unmöglich. Zumindest Makaken könnten das, fand man an der Universität von Princeton heraus. (VGL: Gespräche unter Verwandten Spiegel online, 17.12.2007)

 

Es wäre für Affen ein Leichtes, viele verschiedene Sprachlaute zu produzieren, um daraus tausende unterschiedliche Worte zu formulieren", erklärt Tecumseh Fitch, der das Phänomen mit einem Kollegen erforschte. Eine einfache Form der Sprache hätte sich zu jedem Zeitpunkt der menschlichen Evolution entwickeln können. Sogar bei den unmittelbaren Vorfahren der Hominiden? Woran hakt es dann?

Man fand heraus, dass nicht bei allen Tieren das Gehirn den Stimmtrakt ansteuern kann. Sehr wohl aber können das Papageien, Seelöwen, Wale und Delfine. Was aus dem Mund von Menschen an Äußerungen kommt, ist ohnedies nicht immer das Intelligenteste, aber es tun zu können ist eindeutig kein Indiz für Sprachintelligenz.

 

Sprachenerwerb, auch solcher von Fremdsprachen ist also kein Privileg des Menschen, wenn man Versuche mit Primaten und Graupapageien betrachtet. Die Wurzeln der Sprache sind älter als die Menschheit. Woher kommt die Fähigkeit, Worte zu verstehen? Hatten Naturvölker schon lange gewusst, dass das Reden mit Tieren keine Einbahnstraße ist, sondern verstanden und auch reflektiert wird?

In Des Moines in Iowa ist das Great Ape Trust Institute (GAT) beheimatet. Dort unterhalten sich Forscher mit Bonobos, so ziemlich die vifsten Affen die es gibt. Denn anstatt sich zu bekriegen, lösen sie ihre Probleme mit Sex. Kanzi wurde berühmt, weil er über einen Sprachausgabecomputer, dessen Tastatur eine Menge abstrakter Symbole (Lexigramme) beinhaltete: 300 an der Zahl. Englisch, so meinte der amtierende Forschungsdirektor Bill Fields sinngemäß, hätten die schlauen Tiere nebenbei mitgelernt. Sie verstünden jedes Wort. Kanzi etwa kann auf Aufforderung ihr T-Shirt korrekt anziehen.

Ich erinnere mich an jene Filmszene, in der die Wissenschaftler sich als engstirniger erwiesen, als die Tiere. Eine der Forscherinnen hatte einem Bonobo mit Worten aufgetragen, Karotten zu waschen. Sie meinte die Küchenabwasch, die sie oft mit den Affen benutzt hatte. Woraufhin aber der das Bündel schnappte und zum Fenster rauswarf. Schon wollte die Frau ihren Schützling tadeln, als er ihre Hand nahm und vor die Tür des ebenerdigen Raumes nach draußen zog. Es regnete in Strömen! Anstatt also das Wasser zu verschwenden, hatte der Kleine ökologisch Gegebenheiten ausgenützt.

Sprachverwendung bei Tier und Mensch

Was macht also den Unterschied zwischen tierischer und menschlicher Sprachverwendung aus?

Tiere reden nicht über Vergangenes, über Traditionen sondern nur über unmittelbar Vergangenes oder zu Erwartendes. Kein Vogel und kein Affe oder Wolf geht über Generationen zurück, denn möglicherweise sind ja die lebenswichtigen Erfahrungen epigenetisch im Körpergedächtnis gespeichert.

 

Sehr wohl können Tiere Vergangenheit „grammatikalisch“ einbauen ebenso wie zu Vorwegnehmendes: Die Warnrufe der Murmeltiere und Ziesel, wie auch die Klassifikation der Warnrufe als Fehlalarm sind ein Beispiel. Bienen, die Futtertänze vollführen, berichten über kürzlich in der Vergangenheit Wahrgenommenes. Wieso gehen sie davon aus, dass ihre Honigblumen immer noch da sein werden, wenn sie wieder hinfliegen?

 

Ich denke, der Zeitraum der Kommunikation bei Tieren passieren innerhalb biologischer Wach-Schlafrhythmen. Das heißt: was vor dem letzten Schlaf geschah, ist möglicherweise keiner Erwähnung mehr würdig. Dafür ändert sich alles viel zu schnell.

 

Rabenvögel kennen auch Überzeitliches: Sie warnen vor bestimmten Personen, wenn sie auch mehrere Wochen zuvor schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht haben. Sie erzählen ihren Jungen also „Geschichte“. Das wurde übrigens in Japan erforscht. Wie Raben Vergangenes kommunizieren, das ist noch nicht ganz klar. Vergangenheit und Zukunft sind also ein eng gesteckter Handlungsrahmen. Tiere würden also nie auf die Idee kommen, einen Bausparvertrag über mehrere Jahre  abzuschließen. Nur Menschen beziehen sich auf Vergangenes, das oft schon vor mehreren Generationen Verstorbene erlebt haben und Zukünftiges, das sogar eine zukünftige Generation wahrscheinlich nicht mehr erleben wird.

 

Allerdings gibt es da eine Ausnahme, die zu denken gibt. Der männliche Gorilla Michael gestikulierte auf die Frage, was seiner Mutter passiert sei:“ QUETSCHEN-FLEISCH-GORILLA-MUND-ZAHN-WEINEN-GERÄUSCH-LAUT-SCHLIMME-SACHE-SCHWIERIGKEIT-HALS-SCHNEIDEN-LIPPE-LOCH“ Michaels Mutter war in Afrika von Wilderern als Nahrungsbeute getötet worden. Michael war damals noch ein Jungtier gewesen und zum Zeitpunkt der "Aussage" erwachsen und geschlechtsreif.  https://www.youtube.com/watch?v=nGifKRV8Wys

Menschen reagieren möglicherweise auf Kommunikationsinhalte viel unterschiedlicher, als Tiere es tun. (Wobei die Geschichte mit Kanzi und den Karotten vielleicht das Gegenteil beweist). Aber Menschen sprechen ja auch über Abstraktes und über Denkkonstrukte.

(Günther Paal alias Gunkl  äußerte sinngemäß, dass ja Sprache kein Denkwerkzeug sei. Ein Orang Utan wird wohl kaum den anderen fragen, ob ein Dritter Glück bei einem Weibchen haben werde oder nicht. (Wobei der Name Orang Utan Waldmensch bedeutet. Diese Waldmenschen würden nicht sprechen, damit sie nicht von anderen Menschen zu Sklavenarbeit herangezogen würden.)

Tiere richten sich halt nach Gegebenheiten.

Interessanterweise stellt sich die Frage, ob Verhaltensforscher in Tiersprachen schon nach isolierten Wörtern gesucht haben. Denn im Grunde gibt es ja keinen isolierten Wortschatz und auch kein Wörterbuch der Tiersprachen. Bonobos, Schimpansen und Gorillas können Vokabeln pauken und sogar (wie beim Sprachausgabecomputer) Symbole Wörtern zuordnen. Das haben ja auch Ägypter und Chinesen getan, mit dem Unterschied, dass ein Bild auch einen bestimmten Lautwert zusätzlich zum zugeordneten Begriff darstellte.

Bordercollies kennen bis zu 300 Wörter samt Zuordnung zu Gegenständen. Sie verstehen sowohl Handlungsanweisungen als auch Objektbezeichnungen (Nomen). Alex, der berühmteste jemals gesprochen habende Graupapagei kann sie auch aussprechen und Fragen beantworten. Wenn er sich danebenbenimmt, entschuldigt er sich sogar (manchmal).

 

Thomas Hobbes schrieb um 1651 in „Leviathan“: „Die Vorstellung, welche bei Menschen und Tieren durch Sprache oder andere willkürliche Zeichen hervorgebracht wird, heißt Verstand, und diesen hat der Mensch mit den vernunftlosen Tieren gemein;denn z.B. der Hund kann so abgerichtet werden, daß er weiß, ob sein Herr ihn herbeiruft oder ihn von sich weist. Man findet dies auch noch bei mehreren Tieren...Klugheit macht indessen nicht die Grenzlinie zwischen dem Menschen und dem Tier aus; denn es gibt mehrere Tiere, die schon in ihrem ersten Jahr das, was ihnen nützlich sein kann, bemerken und richtiger anwenden als mancher zehnjährige Knabe."

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