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SIE? ...sie nicht!

WISSENSCHAFTLERINNEN UND ERFINDERINNEN

  • Wenn es SIE nicht gäbe
  • Der Kulturgeschichtliche Wandel von der weiblichen zur männlichen Dominanz

 

  • Frauen und Beruf
    • Bildungschancen
    • Begabung im Vergleich
  • Naturwissenschaften und Technik
    • Die Mathematikerinnen
    • Naturwissenschaftlerinnen
  • Medizin
    • Nobelpreisträgerinnen der Medizin
  • Die Praktikerinnen 


Wenn es SIE nicht gäbe

....oder gegeben hätte! Frauen, die die Welt bewegten, (und leider unter den Tisch fallengelassen wurden.) Ursprünglich war eine Webseite beabsichtigt, in der mehrere Disziplinen vereint sein sollten: Wissenschaft, Entdeckung, Philosophie, Religion, Kultur.

Erfreulich ist, dass sich Bände, wenn nicht sogar Buchreihen füllen ließen. Wahrscheinlich müssten aber auch etliche Forschungsprojekte finanziert werden, damit man in alten Quellen verborgene und unkenntlich gemachte Frauenanteile an der zivilisatorischen Entwicklung der Menschheit wieder freilegen kann.

 

Betrüblich ist, dass im Internet die Verlinkung schwach ist. Einfach „Frauen“ zu googeln, reicht nicht. Am ehesten feministisch bis egalitär sind französische Webseiten. Überhaupt fällt auf, wie liberal Frankreich mit Frauen im Vergleich zu anderen Ländern umging. Vielleicht liegt es ja an der Einstellung auch zur Sexualität? Immerhin: französische Mätressen haben es stets weit gebracht.

 

Im tibetischen Buddhismus gibt es Skulpturen, die Mann und Frau bei der Sache zeigen, welche vieles in der Welt eigentlich bestimmt...Sex. Allerdings sind diese tantrischen Statuen und Statuetten nur scheinbar einschlägig. Eine von ihnen ist die Statuette des Samanthabadra.

Was vordergründig wie tantrische Liebesgymnastik aussieht, zeigt metaphorisch die Vereinigung von Weisheit und Methode. Dabei ist die Frau die Verkörperung von Weisheit und der Mann steht für die Methode, also für das Tun.

 

Damit wäre der Unterschied zwischen Mann und Frau nicht nur durchaus schlüssig geklärt, sondern auch, dass beide Teil einer Ganzheit sind: Ohne Weisheit geht alles, was man tut, schief, und ohne Umsetzung in die Tat ist jede Weisheit vergeudet.

Dieser Artikel ist feministisch, denn Männer  haben Jahrtausende lang die Weisheit für sich reklamiert, die Frauen von sich abhängig gemacht und deren Beitrag zur Menschheitsentwicklung nicht honoriert. Männliches Tun hingegen war zwar nicht gedankenlos, aber zu oft ohne Bedacht.

 

Ja, sie haben dem weiblichen Geschlecht die Fähigkeit zum Denken abgesprochen.  (Nicht auszudenken, wenn es früher schon anerkannte Gender-Diversity gegeben hätte.) Dabei profitierten sie stets zumindest von der Lebensklugheit ihrer Mütter, während Töchter oft nur notdürftig vor den Nachteilen ihres Geschlechts bewahrt wurden. Erstaunlich, wie groß die Mutterverehrung und gleich groß oder größer noch die Frauenverachtung mancher historischer Persönlichkeiten ausfällt. 

„Eine Frau braucht zwanzig Jahre, um aus ihrem Sohn einen Mann zu machen – und eine andere macht in nur zwanzig Minuten einen Dummkopf aus ihm.“ meinte Helen Rowland

Der Kulturgeschichtliche Wandel von der weiblichen zur männlichen Dominanz

Florentine Pakosta: WC-Hommage an Allen Jones. (Foto: ATH, Lentos, 2021)
Florentine Pakosta: WC-Hommage an Allen Jones. (Foto: ATH, Lentos, 2021)

Egal in welcher Kultur man gräbt: Allerorten finden sich Spuren die auf eine Dominanz des Weiblichen hindeuten, auf das Matriarchat.

 

Nein, auch das Matriarchat war nicht das Gelbe vom Ei. Bonobo-Gesellschaften zeigen bei den Primaten, dass Frauen ihre Macht oft ebenso skrupellos ausnutzten wie Männer. Nicht immer waren Frauen ausgeliefert, sie veränderten ihr Waffenarsenal, als sich ihr sozialer Rang änderte. Möglicherweise ist die heutige Auseinandersetzung zwischen feministischen und konservativen Frauen oft deshalb so aggressiv, weil die konservativen auf jene Ressourcen verzichten müssten, mit denen sie sich jahrhundertelang behaupteten; den klassischen Waffen einer Frau: Verführung, Manipulation und auch die Opferrolle. Letztere kann eine der subversivsten Mittel sein, sie ist aber eine Rolle die gestaltet wird. *(Opfern hingegen sollte tatsächlich die Befreiung und Heilung von Traumata noch viel besser ermöglicht werden. Dass hier auch alle Medien (sowohl die sozialen als auch die klassischen) in die Pflicht genommen werden sollten, wäre das erste Gebot der Stunde. Denn sie sind an der Festschreibung jedweden Images am meisten beteiligt.)

 

Eines jener Mittel, auf das sich Frauen auch verlassen konnten, war Schwächeln und Kränkeln. Damit ließ sich die männliche Rede vom Schwachen Geschlecht in Schutzbedürftigkeit transformieren. Immerhin fanden Psychologen heraus, dass Frauen sich unbewusst bei Machos ungeschickter verhalten als bei partnerschaftlich-feministischen Männern. Vorurteile werden also bestätigt. Wobei hier stets die Frage ist: Geschieht das im Prozess der Partnerfindung, oder als Selbstschutz?

Nicht jedes Verhalten, das Männer entwaffnet ist Kalkül, sondern einfach instinktive Reaktion. Vielleicht sollten Bemühungen dahin gehen, tatsächlich biologischen Determinismus von gesellschaftlichem und kulturellen Determinismus zu unterscheiden. Biologisches und kulturelles Verhalten lassen sich letztendlich nicht klar trennen, aber alle Menschen sollten es ohne ideologische Verbrämung und Instrumentalisierung, etwa für Machtverhältnisse, leben.

Frauen und Beruf

Alitalia-Hostessen. Foto: ATH
Alitalia-Hostessen. Foto: ATH

Obwohl es in der Urgeschichte der Menschheit keine Berufe gab, so wird mittlerweile wissenschaftlich gestritten, ob wirklich nur Männer Jäger und Sammler waren und die Frauen ihnen untergeordnet, in den Höhlen warteten...

Es gibt keinerlei archäologische Beweise für die Behauptung, Frauen hätten im Paläolithikum eine niedrigere soziale Stellung gehabt als Männer. Ja, auch sie waren Sammlerinnen und Jägerinnen, zumindest Marylène Patou-Mathis zufolge (In Le Monde diplomatique 08.10.2020 Sammlerinnen und Jägerinnen)

 

Zu Beginn des Neolithikums schien die sozioökonomische Organisation der ersten Ackerbaugesellschaften von den Frauen übernommen worden zu sein. Mit dem Aufkommen der Viehzucht und der Entwicklung neuer Ackerbautechniken sowie von Landbesitz und Sesshaftigkeit verdrängten die Männer die Frauen aus der Landwirtschaft. Frauen verrichteten immer mehr häusliche Tätigkeiten und verarbeiteten die Erträge. Erst die Entstehung von Besitz und Wohlstand führte zur Entwicklung von Herrscher- und Kriegerkasten, weil um Ressourcen nun auch gekämpft wurde.

In Südafrika sieht man bei den halbnomadischen Khoi-San, dass Frauen und Männer egalitär sind, vielleicht auch, weil es eben keine Kriege um Territorien oder Besitz gibt.

Sogar der patriarchalische Plato meinte: Es gibt aber keinen öffentlichen Beruf, der nur für eine Frau oder nur für einen Mann geeignet wäre... (In: Politeia)

Bildungschancen

 

Lange waren sie bei der Bildung benachteiligt. Eine Frau, die lesen und schreiben konnte? Im Mittelalter noch höchst selten.

Bildung war privat (etwa in Form der dem Adel zugänglichen Landschaftsschulen) und höhere Bildung (Medizin/Recht) lag ursprünglich in der Hand der Kirche. Frauen? Erhielten adelige Mädchen keine Bildung durch Privatlehrer, konnten sie in Klöstern Lesen, Schreiben , Handarbeiten und Haushaltsführung erlernen. Mehr war nicht drin.

Mit der Einführung der allgemeinen Schulpflicht, (in Österreich unter Kaiserin Maria Theresia) begann nicht nur der breite Zugang zu Grundwissen (mit dem Zweck, sich zu gesetztestreuen Bürgern formen zu lassen, die auch die Verordnungen der Kaiserin lesen konnten), sondern eine Entwicklung standardisierter Bildungssysteme. (Deren Zeit kam Ende 19. Jahrhundert).

Im 18. und 19. Jahrhundert durften nur Buben Gymnasien besuchen. Mädchen waren auf Privatunterricht angewiesen. Erst die Frauenbewegung ermöglichte Ende des 19. Jahrhunderts Gymnasialkurse für Mädchen. (Ebenso griff nun während der Blüte des Bürgerlichen die Erkenntnis, dass auch Witwen von etwas leben mussten, vor Allem, wenn sie kleine Kinder hatten. Männer durften ihnen keine Konkurrenz machen. Dazu gab es auch gesonderte Ausbildungen, etwa  zur Lehrerin (Vorläufer der pädagogischen Akademien).

Frauen durften allerdings nicht lernen, weil sie den Männern ebenbürtig sein sollten, sondern: ...“damit der deutsche Mann nicht durch die geistige Kurzsichtigkeit und Engherzigkeit seiner Frau an dem häuslichen Herde gelangweilt und in seiner Hingabe an höhere Interessen gelähmt werde, daß ihm vielmehr das Weib mit Verständnis dieser Interessen und der Wärme des Gefühles für dieselben zur Seite stehe.“

 

Immerhin entstand mit der Diversifizierung der Ausbildungen das Bedürfnis, auch die Eignung der Menschen für Bildung zu testen.

 

Begabung im Vergleich

 

Der erste moderne Intelligenztest der Geschichte wurde 1904 von Alfred Binet (1857-1911) und Theodore Simon (1872-1961) entwickelt. Das Französische Unterrichtsministerium beauftragte diese Wissenschaftler damit, einen Test zu entwickeln, auf dessen Grundlage geistig zurückgebliebene Kinder von normal intelligenten, aber trägen oder faulen, unterschieden werden könnten.

Die Basis des Test waren Annahmen, welche Intelligenzleistungen in welchem Alter möglich waren. Bei den ersten Testläufen schnitten Mädchen viel besser ab als Jungs. Nachdem viele Entwicklungsschritte im Kognitiven bei Mädchen früher beginnen, bastelte Binet so lange am Aufbau herum, bis diese Ungleichheiten ausgemerzt waren.

Es ist nicht sicher, ob er das getan hätte, wenn Burschen bessere Ergebnisse erzielt hätten. Es herrschten  ja 1905 ja durchaus einschlägige Vorurteile zugunsten Burschen. Robert Pool (Evas Rippe) zufolge war es eindeutig eine Manipulation, dass männliche Kinder zumeist gleich gut abschnitten wie Mädels…

 

 

«Sei schlau, stell dich dumm?» Aus Angst vor sozialer Ablehnung wollen oder müssen sich kluge Frauen dumm stellen, weil sie meinen, durch ihre Intelligenz unattraktiv zu wirken, berichtet tagesanzeiger.ch, welcher eine Menge Artikel zu Intelligenz, Lernen und die Geschlechterbenachteilung bereitstellt.

In Maria Shrivers Report «A Woman’s Nation» wurde 2009 festgestellt, dass 69 Prozent der Frauen tatsächlich glauben, dass Männer ihnen zu viel Intelligenz übel nehmen. Knapp 50 Prozent der dazu befragten Männer bestätigten die Ansicht dieser Frauen.

Das Problem ist, dass es nicht so einfach festzustellen ist, ob Buben oder Mädchen eher zu Hochbegabung tendieren. Der männliche Nachwuchs langweilt sich auffälliger und stört den Unterricht. So wird Begabung öfter erkannt und gefördert. Mädchen langweilen sich ebenso, wollen aber nicht auffallen und vermeiden es, sich bemerkbar zu machen. Zudem finden sie kreativer weniger störende Alternativen, ihrer Langeweile zu entkommen. Aus diesem Grund bleibe die Hochbegabung der Mädchen öfter unerkannt als bei Jungen.

Naturwissenschaften und Technik

Das 19. Jahrhundert bot einschlägige Bilder: Pariser Brückenskulptur, Foto: ATH
Das 19. Jahrhundert bot einschlägige Bilder: Pariser Brückenskulptur, Foto: ATH
Emile du Châtelet. Grafik: ATH
Emile du Châtelet. Grafik: ATH

Die Mathematikerinnen

 

Eine Frau, die laut Sokrates die Philosophen ihrer Zeit übertraf und in Alexandria geboren wurde, war

 

Hypatia (355-415).

 

Alexandria war mit seiner berühmten Bibliothek wohl eines der wichtigsten Zentren der Gelehrtenwelt und Verbindung zwischen Antike und Christentum. Zugang hatten nur Wissenschafter, die sich mit den jeweiligen Herrschern gut stellten. Hypatias Vater Theon war so ein berühmter Gelehrter, der Euklids Elemente und Ptolemäus´ Almagest redigierte.

 

Von Hypatia weiß man vielleicht nur, weil sie in einer Kirche ermordet und zerstückelt wurde. Sie habe in ihrem Unterricht unter anderem den Bau eines Astrolabiums (astronomisches Messgerät) angeleitet. Gut möglich, dass sich jene Männer, die sie unterrichtet hatte, mit ihrem Wissen brüsteten, ohne ihre Lehrmeisterin zu nennen, war sie doch verfemt worden.

 

Emilie du Châtelet (1706-1749)

 

war Mathematikerin, Physikerin und Philosophin. Wie viele Frauen ihrer Zeit sah sie in der Ehe eine Befreiung, konnte sie doch sich gesellschaftlich akzeptiert besser freispielen als eine „alte Jungfer“. Allerdings wurde sie auch von Mme de Pompadour gefördert, welche sehr wohl auch über Karrieren männlicher, geistiger Eliten ihrer Zeit mitbestimmte.

 

Emilie arbeitete mit Voltaire zusammen an Sachbüchern über Physik und verband Newtons mathematische Argumentation mit der von Leibniz entwickelten Notation der Infinitesimalrechnung (womit man etwa Integrale und Differentiale berechnen konnte). Der Begriff kinetische Energie wurde von ihr eingeführt.

 

Gelehrsamkeit sei für das Glück der Männer weniger wichtig, als für das der Frauen. Dass Frauen aber durch ihre Stellung von jeder Art des Ruhms ausgeschlossen seien, war nicht nur ihre Einsicht, die leider Jahrtausende lang Gültigkeit hatte.

Immerhin, obwohl die Pariser Akademie partout keine Frauen aufnahm, wurde sie in die Akademie der Wissenschaften von Bologna gewählt. Italien war anscheinend liberaler...

 

 Maria Agnesi, 1718 -1799  war eine Mathematikerin der Aufklärung die mit fünfzehn Französisch, Spanisch, Deutsch, Griechisch und Hebräisch beherrschte.  Papst Benedict der Vierzehnte persönlich wies ihr aufgrund ihrer Schriften  den Lehrstuhl der Mathematik an der Universität zu Bologna zu, an dem sie aber leider nie lehrte. 

Bis heute bekannt ist die Versiera der Agnesi, eine algebraische Kurve, die von ihr untersucht und 1748 veröffentlicht wurde.

  

Fast noch berühmter ist ihre Landsmännin und Zeitgenossin Laura Bassi. (1711-1778) Sie erhielt 1732 in Bologna in aller Form die "Würde eines Doctors der Philosophie",  und wurde zum "Professor der Physik" ernannt und hielt Vorlesungen, die zahlreich besucht wurden. Sie arbeitete über Hydromechanik und war von der Elektrizität fasziniert, sodass sie mit ihrem Mann viele Experimente durchführte. Dabei hatte sie medizinische Anwendungen im Auge. Mit Alessandro Volta  und anderen Kapazundern ihrer Zeit führte sie eine rege Korrespondenz.

 

„Keine Frau ist ein Genie. Die Frauen sind ein dekoratives Geschlecht.“

Oscar Wilde irrte gewaltig. Das zeigt sich an der Riege der Mathematikerinnen, die nicht nur Hebammen der Informatik waren sondern etwa Raumschiffe sicher ins All und zur Erde zurückbrachten. Ein besonderer Fall ist die mutmaßliche Beteiligung einer Frau an der Relativitätstheorie:

 

Mileva Einstein-Maric: Grafik: ATH
Mileva Einstein-Maric: Grafik: ATH

Mileva-Einstein-Maric

 

beschäftigte einige spätere Wissenschaftsgenoss* Innen: Warum sackten die Leistungen  dieser ursprünglich hochbegabte Frau letztendlich im Verlauf der Beziehung und Ehe mit Albert Einstein immer mehr ab?

Mileva war in Einsteins wissenschaftlich fruchtbarster Zeit seine engste und wichtigste Mitarbeiterin. Von ihr sagte der spätere Ehemann: „Ich brauche meine Frau. Sie löst alle meine mathematischen Probleme.“ Evan Harris-Walker, der die intellektuelle Entwicklung Albert Einsteins vor und nach seiner Ehe mit Mileva verfolgte, meinte sogar, dass Einstein seine größten Erfolge den gemeinsamen Jahren verdanke. Nachdem seine Ehe mit Mileva zu Ende gewesen sei, sei seine Physik konservativer geworden und Einstein verweigerte sich der Quantenmechanik, die auch Folge seiner Forschungen war.

Dass das Hintergrundmaterial, die Literaturrecherchen, die entscheidenden Daten und vor allem auch grundlegende, originellen Ideen der Relativitätstheorie von Mileva kamen, wird aufgrund folgender Indizien wahrscheinlich:

  • Zunächst waren Einstein und Maric gleichwertige Fachkollegen, die Beziehung und besonders Milenas Leistungen änderten sich, als sie von Albert schwanger wurde.
  • Ihre spätere Ehe, in die sie ihr Erstgeborenes nicht mitnahm, war von dem jungen Patentbeamten mit Forderungen, die eher an Herrscher und Sklave, denn an einen Ehevertrag erinnern, restriktiv geregelt worden.
  • Der Briefwechsel zwischen beiden ist weitgehend verloren gegangen oder vernichtet worden.
  • Als Einstein 1921 den Nobelpreis erhielt, ging das ganze Geld nicht an ihn oder an seine zweite Frau, die laut ihm „gottseidank nichts mit Physik zu tun hatte“, sondern an Mileva. Schon 1919 hatte er im Scheidungsvertrag ihr das Geld zugesichert… (Schweigegeld?)

Eine kleine Maschine zur Messungen geringer elektrischer Spannungen, die von ihr entwickelt worden war, wurde unter dem Namen Einstein-Habicht patentiert. Mileva meinte auf die Frage, warum sie im Patentgericht nicht ihren eigenen Namen angegeben habe.Wozu? Wir sind ja beide nur ein Stein.“

 

Einsteins Kommentar zu ihrem Tod klingt in Anbetracht dessen zynisch: „Nur ein für andere gelebtes Leben ist lebenswert.“ 1901 hatte er noch in Briefen anders geklungen: "Wie glücklich und stolz werde ich sein, wenn wir beide zusammen unsere Arbeit über die Relativbewegung siegreich zu Ende geführt haben."

 

Ps: Stephen Hawking muss als Ehemann ein ähnliches Ekel gewesen sein wie Einstein, schreibt doch seine erste Frau Jane Wilde- Hawking: "Wir, seine Familie, waren die Niedrigsten der Niedrigen, zusammengekauert am Fuße einer Leiter, an deren Spitze die Engel (Stephens Pflegerinnen) die Gottheit umsorgten, den Herrn des Universums." Seine Tagesbefehle bekam die studierte Romanistin durchs Autofenster ausgehändigt. Elaine Mason, die Frau des Mannes, der für Hawking den Sprachsynthesizer gebaut hatte, wurde nach der Scheidung Stephens zweite Frau. Es scheint immer mehr, als ob im Bereich der Versprachlichung physikalischer Theorien Frauen die Anerkennung verwehrt wurde...Dagegen sind heutige Plagiatsvorwürfe bei Doktorarbeiten Gebrüll aus Mäuselöchern...

Ada Lovelace. Graphik: ATH
Ada Lovelace. Graphik: ATH

Die digitale Revolution ist ohne sie nicht vorstellbar:

 

Ada Lovelace und Grace Hopper.

 

Wenn man die Entwicklung von Programmiersprachen als Verknüpfung zwischen Mathematik und Sprache betrachtet, wird die Stärke der Frauen ersichtlich. (Wobei, auch Mathematik ist eine Art Sprache).  Immerhin ist bei Frauen im Gehirn das Corpus Callosum, der Hirnbalken, der die unterschiedlich arbeitenden rechte und linke Hirnhälfte verbindet, bei Frauen stärker ausgeprägt und auch differenzierter.

 

Ada Countess of Lovelace

 

war die Tochter Lord Byrons. 100 Jahre vor dem Boom der Computerprogrammierung legte sie ein ausführliches Diagramm zur Berechnung der Bernouilli-Zahlen vor, letztendlich der erste Programmiercode. Sie arbeitete zudem mit Charles Babbage an der von ihm entwickelten Rechenmaschine. 1843 verfasste sie dazu einen ausführlichen Kommentar.

 

Grace Hopper

 

programmierte den Harvard Computer „Mark 1“ und entwickelte 1952 den ersten funktionierenden digitalen Übersetzer, der schriftliche Sprache in die Computerkodierung „0“ und „1“ transformierte. Außerdem prägte sie den Begriff des bug, der auch heute noch als Bezeichnung für Computerfehler verwendet wird.

 

Katherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson

 

sind drei afroamerikanische Mathematikerinnen, die in der Abteilung Colored Computers Berechnungen für die NASA durchführten. Johnsons Berechnungen der Flugbahnen für das Mercury-Programm und den ersten bemannten Flug zum Mond im Rahmen der Apollo-11-Mission ermöglichten sichere bemannte Weltraumflüge wischen 1961 und 1969. Die ersten Berechnungen waren sogar händisch und nicht vom Computer.

 

 

Sofia Kovalevskaja

 

war die erste weibliche Mathematikprofessorin der Welt, die an einer Universität Vorlesungen hielt. Sogar Alfred Nobel machte ihr (erfolglos) den Hof. Sie lebte von 1850-1891 und erhielt 1884 ihre Professur in Stockholm.

 

Ihre Spezialität war Mechanik und Differenzialgleichungen. In Moskau geboren, ging sie eine Scheinehe mit Wladimir Kowalewsky ein, damit sie aus Russland ausreisen durfte. Frauen durften nämlich keinen eigenen Pass besitzen.

 

Ihre Stationen waren Wien, Heidelberg, Berlin; in Göttingen machte sie ihr Doktorat Summa cum Laude. Schließlich kam sie nach Stockholm. Nicht alle waren damit einverstanden, dass sie so hohe akademische Weihen erhielt. August Strindberg, der ja von der Ehe mit Frieda Uhl, der Tochter des Verlegers der Wiener Zeitung und Literaturkorrespondentin durchaus profitiert hatte, ätzte, eine Frau als Mathematikprofessor sei eine schädliche, unangenehme Erscheinung...

 

Amalie Emmy Noether ( 1882 in Erlangen; - 1935 in  Pennsylvania)   revolutionierte  die Theorie der Ringe, Körper und Algebren. Dass sie studieren konnte, war der Tatsache zu verdanken, dass 1903 erstmals Frauen an Bayerischen Universitäten zugelassen waren. Bei der Habilitation warf man ihr allerdings etliche Steine in den Weg. Als sie es endlich schaffte, blieb sie als Privatdozentin unbezahlt. Als Jüdin war sie schließlich 1933 gezwungen, in die USA zu emigrieren. Von der Noetherschen Ordnung   bis zum Noetherschen Theorem sind 8 mathematische  Strukturen und Sätze nach ihr benannt.


Die Naturwissenschaftlerinnen:

 

 

Über Marie Curie, die zweimal den Nobelpreis erhielt, muss nicht mehr viel gesagt werden, das hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Dass sie ihre Selbstversuche mit dem Leben bezahlte und fünf Mal in der Liste der Nobelpreisanwartschaft stand, ist fast schon ein Wunder, da Frauen eher geflissentlich übergangen wurden. Erhalten hat sie den Nobelpreis zusammen mit ihrem Mann...

 

Lise Meitner

ist eines der prominentesten Beispiele für diskriminierende männliche Wahrnehmung: Sie promovierte 1906 als eine der ersten Frauen in Physik an der Universität Wien und wurde 1915 als Assistentin Max Plancks an das Institut für theoretische Physik der Universität Berlin berufen. Hier begegnete sie Otto Hahn, mit dem sie über Jahrzehnte die Radioaktivität erforschte und gemeinsam 1938 die Kernspaltung entdeckte. Den Nobelpreis für Physik erhielt Otto Hahn dafür allerdings allein. Ebenso erging es 

Rosalind Franklin, Graphik: ATH
Rosalind Franklin, Graphik: ATH

Rosalind Franklin (1920-1958),

 

eine britische Biochemikerin und Spezialistin für die Röntgenstrukturanalyse von kristallisierten Makromolekülen. Ihre wichtigsten Forschungsergebnisse waren Röntgenbeugungsdiagramme der DNA und deren mathematische Analyse.

James D. Watson handelte in dem Buch „Die Doppelhelix“ die Zusammenarbeit mit seiner Kollegin nicht nur sexistisch ab, sondern gab zu, mit seinem Kollegen Francis Crick Franklins Ergebnisse ohne deren Zustimmung und Wissen verwendet zu haben. Die wichtigsten Erkenntnisse kamen auf Grund einer Röntgenaufnahme Franklins zustande; ohne sie wäre das Modell der Desoxyribonukleinsäure schlichtweg falsch gewesen.

 

 

Weitere Wissenschaftlerinnen

 

Maria Goeppert-Mayer bekam 1963 den Nobelpreis für ihre Entdeckungen zur Schalenstruktur der Atome. Wer weiß das schon heute? Physiker, die fatale Bomben bauen helfen, bleiben stattdessen im kollektiven Gedächtnis….

 

Stephanie Kwolek (1923-2014) forschte im Versuchslabor des Chemiekonzerns DuPont nach leichteren Materialien für Autoreifen. Dabei entdeckte sie im Jahr 1964 durch Zufall die Grundlage für die Kunstfaser Kevlar. Kevlar ist sehr leicht, säurebeständig, feuerfest und dabei fünfmal stärker als Stahl. Es findet Verwendung in schusssicheren Westen, feuerfesten Verstärkungen oder Beschichtungen für Flugtriebwerke. Doch auch der Outdoor Sport profitiert von diesem Hightechmaterial, das zum Beispiel in Reepschnüren, Fangleinen für Gleitschirme oder Segeln verwertet wird.

 

 

Der Nobelpreis für Chemie ging 2018 an die Biochemikerin Frances Arnold,

die den Weg für Biokatalysatoren ebnete. Sie beschleunigte mit ihnen die Evolution von Enzymen im Reagenzglas. Zum Beispiel konnte sie ein in eine Bakterie eingebautes Enzym optimieren, eine Leistung, von der nicht nur die Pharmaindustrie, sondern auch unzählige bioenergetische Prozesse profitieren.

 

 

Donna Strickland ist erst die dritte Frau, die zusammen mit zwei Männern 1918 den Nobelpreis für Physik gewann. Donna Strickland steht für wichtige Entwicklungen in der Lasertechnologie. Die CPA- Technik sorgt für hohe Pulsfrequenz bei Laser, wovon etwa die Augenmedizin bei der Korrektur optischer Fehlleistungen ebenso profitiert, wie die medizinische Bildgebung (zu deren Techniken zählen Röntgen, Computertomographie, Mikroskopie, MRT). 


Medizin

Im Mittelalter widmeten sich Frauen Bereichen des menschlichen Wissens, unter welchen sich auch jene befanden, die als " Wissenschaft" bezeichnet werden. Im engeren Sinn war das die Medizin, zumal Frauen zu Ressourcen keinen Zugang hatten, die Männern vorbehalten waren: Geräte, Mobilität und Ausbildungsstätten.

 

Warum Frauen ein Problem für die feudale und patriarchale männliche Elite waren, erklärt sich daraus, dass früher Gesundheit, Mangel und Überfluss mit Fortpflanzungsfähigkeit zusammenhingen und das als wesentlich wichtiger bewertet wurde als heute. Kinder waren Grund/Boden-erwerbs-Kriegs- und Arbeitskapital.

 

Der Etana- Mythos erzählt die tieferen Zusammenhänge: Eine Schlange (das weibliche Prinzip) disziplinierte männliche Ausbeutung (auf Kosten des Überlebens der matrilinearen Linie) aufs Härteste: Ein Adlervater hatte trotz Bedenken seiner eigenen Jungen aus Hunger die Schlangenbabys gefressen, worauf die Schlange ihn in eine Grube warf. Als der Adler freikam, rächte er sich, indem er der Göttin Ishtar das Gebärkraut entwenden half und so Männern Kontrolle über Fortpflanzung verschaffte.

Kontrolle über Fortpflanzung ist sicher der Knackpunkt, warum der Widerstand der Männer am heftigsten war, als Frauen sich in der Medizin als kundig wie kompetent erwiesen. Kein Wunder, dass im neunzehnten Jahrhundert noch der Jurist Johann Bachofen (1815–1887) behauptete, die Frauen hätten das „Geheimnis“ der Mutterschaft genutzt, um den Kult der „Großen Göttin“ zu organisieren und die Weitergabe der Macht von der Mutter auf die Tochter zu sichern. Zwar tut er das im Zusammenhang mit der jüdischen Frühgeschichte (Götzenverehrung), aber das ist ohne weiteres auf die Geschichte Matriarchat/Patriarchat übertragbar.

 

Hexenverfolgung und Hexenprozesse sind die wohl brutalste, grausamste und mörderischste Form männlicher Kontrollwut: Viele der Hexerei angeklagten Frauen waren Hebammen. Während dem Mittelalter und der Neuzeit existierte die allgemeine Idee, dass die Geburt ein magischer Vorgang war und dass aus diesem Grund die Hebammen, weil sie das Geheimnis der Geburt kennen, spezielle Kräfte hätten. Vgl.:  http://www.ub.edu/duoda/diferencia/html/de/secundario7.html

 

Die Massenfrauenmorde fanden zwischen 14. und 17. Jahrhundert statt. Laut Angaben des Großvaters der Autorin wurde allerdings in Ostungarn 1850 die letzte Hexe  verbrannt. Die Urgroßmutter der Autorin hatte noch gewusst, wie man Hexen identifiziert…

Ein besonders trauriges Beispiel der Hexenverbrennung war jenes der

 

Walpurga Hausmännin (Um 1510-1587)

Die Witwe lebte in ärmlichen Verhältnissen und verdiente ihren Lebensunterhalt 19 Jahre lang als lizenzierte Hebamme in der Stadt Dillingen, als sie wegen Zauberei angeklagt und verhaftet wurde. Das in grausamster Folter erpresste Geständnis, sie habe mit dem Teufel kollaboriert, kam in die Fugger-Zeitung und ist aufgrund weiterer zeitgenössischer Dokumentationen in seiner Absurdität heute noch nachlesbar. Selbst 1994 wehrte sich das dortige bischöfliche Ordinariat gegen einer Enthüllung einer Gedenktafel im Dillinger Schlosshof.

 

Katharina Kepler, die Mutter des Astronomen Johannes Kepler wurde Anfang 17. Jahrhundert ebenfalls als Hexe angeklagt und entkam nur durch Intervention ihres Sohnes. Ihre Nachbarin hatte sie nach einem geschäftlichen Streit denunziert. 1634 hatte Kepler seine Mutter in einem erst posthum veröffentlichen Werk beschrieben: sie sei “eine kräutersammelnde Zauberin und Geisterseherin“. Sie habe  sich zudem auf „Zubereitung von Arzneien und Salben, Krankenpflege und sich um krankes Vieh zu kümmern“, verstanden... darauf wird sie sich wohl nicht als einzige Frau verstanden haben…

Sicher war nur, wer im klösterlichen Schutz agierte:

 

Hildegard von Bingen 1098-1179)

war so klug, ihre Visionen männlichen Vertretern der Kirche zur Prüfung vorzulegen. Sie war adelig geboren und wurde  Äbtissin eines Benediktinerinnenklosters. Ob sie, Jahrhunderte später lebend, eine Pionierin der Psychosomatik hätte werden können, ist zu bezweifeln. Zwischen 1150 und 1160 verfasste sie das Buch Causae et Curae. (Ursachen und Heilung), weiters Physica (über die Heilkraft der Natur-neun Bücher mit 513 Kapitel!). Sie wurde vom Konstanzer Arzt Dr. Gottfried Herzka (1913-1997) wiederentdeckt. Ob eine Ärztin die HILDEGARD-Vermarktungsmaschinerie ebenso in Gang hätte setzen können?

Antikes Relief Agnodike (?)
Antikes Relief Agnodike (?)

Agnodike lebte in Athen um 300 vor Christus.

 

Sie studierte und praktizierte als Mann verkleidet und wurde von neidischen Kollegen geoutet. Ihr Lehrer war Herophilus, ein Alexandriner, Fachgebiet war Gynäkologie, zumal sich Frauen nur von Frauen behandeln lassen durften. Das bedeutete natürlich auch, dass die weibliche Bevölkerung weitgehend von den Segnungen der „akademischen Medizin“ ausgeschlossen war. Von wegen hippokratischer Eid und Gleichbehandlung!

Agnodike erwartete nach einem Prozess die Todesstrafe. Nur weil die Athener Frauen drohten, ihre Männer zu verlassen, wurde sie rehabilitiert. Dass es sie wirklich gab, schrieb ein gewisser Hyginus (Mythographus), wohl Zeitgenosse des Kaiser Augustus, der zwei Handbücher hinterließ. Eines heißt Genealogiae.

 

 

Trota von Salerno

war die Anfang des 20. Jahrhunderts am meisten verunglimpfte Medizinerin. Sogar in die Nähe von Pornografie stellte man ihre Schriften. ( Die verunglimpfenden Männer sind bekannt, aber verdienen es nicht, erwähnt zu werden). Sie lebte im 12. Jahrhundert und war Frau des Arztes Platearius. Das Liber Trotula, das auf sie und weitere AutorInnen zurückgeht, war bis ins 15. Jahrhundert (in Deutschland und England bis ins 16. Jahrhundert) im Bereich der Frauenheilkunde Standardwerk der Medizin .

 

Rebecca de Guarna, eine Chirurgin aus dem 12. Jahrhundert beschrieb die Diagnose von Krankheiten mittels Urinproben.

 

Abella , im 14. Jahrhundert ausgebildet, verfasste Text e über die schwarze Galle und den männlichen Samen…

Dorothea Christiane Erxleben
Dorothea Christiane Erxleben

Dorothea Christiane Erxleben (1715-1762) war die erste deutsche promovierte Ärztin und sollte lange in ihrer Position alleine bleiben.

Um zur Promotion zugelassen zu werden, musste sich die Quedlinburgerin an Friedrich den Großen wenden. Trotzdem wurde sie von ihren männlichen Kollegen noch vor Abschluss ihrer Ausbildung wegen Pfuscherei angezeigt. Kein Wunder, dass sie darüber schrieb, wie wichtig es sei, Frauen zum Studium zu zu lassen.

 

Charlotte Heidenreich (1785-1859)

war die erste Frauenärztin Deutschlands und promovierte über Bauchhöhlenschwangerschaft. Als Geburtshelferin half sie sowohl der späteren Königin Victoria von England das Licht der Welt nicht nur zu erblicken, sondern natürlich auch in ein letztendlich langes Leben. Ebenso aber sorgte sie dafür, dass der spätere Prinzgemahl Albert heil den Schoß Luise von Sachsens verlassen konnte. Vielleicht gäbe es ohne sie das viktorianische Zeitalter nicht…

 

Henriette Hirschfeld Tiburtius (1834-1911) war die erste Zahnärztin. Nachdem sie ihr Fach in Deutschland nicht studieren konnte, musste sie in den USA ihre Ausbildung machen. Immerhin zog sie zur Freude ihrer PatientInnen hervorragend Zähne unter Gasbetäubung…

 

 

Elizabeth Blackwell (1821-1910)

verdanken wir den Spruch, dass „Vorbeugen besser als Heilen“ ist. Hätten also mehr Frauen sich früh in der Medizin durchgesetzt, sähe es nicht nur mit den Wohlstandskrankheiten besser aus, die Pharmaindustrie müsste wohl  auf manches Pülverchengeschäft verzichten. Die gebürtige Engländerin war an Universitäten mehrfach abgewiesen worden, bis sie in New York einen Studienplatz bekam. Sie war Begründerin der National Health Society in England und Pionierin der Präventivmedizin.

 

Ingeborg Rapoport war eine Kinderärztin, die erst 2014 mit 102 Jahren promovieren durfte, nachdem man ihr 1937 den Doktortitel verweigert hatte!

 

 

Als erste Medizinerin nach Christiane Exleben soll übrigens  Rahel Hirsch 1903

in Deutschland den Doktortitel erhalten haben.

 

Marie Heim-Vögtlin (1845 - 1916) war die erste Schweizer Ärztin, die an der Universität Zürich das Studium der Medizin absolvierte, sie wurde 1874 promoviert und war Mitbegründerin des ersten Schweizer Frauenspitals. Den Gender Medical Gap gibt es bis heute.

Nobelpreisträgerinnen der Medizin

 

Sie hatten es nicht leicht und es gibt keine Frau, die ihn alleine, ohne Männer, mit denen sie zusammenarbeitete, erhalten hätte. Frauen sind in der Medizinausbildung immer noch auf männliche Vorgesetzte angewiesen, wollen sie es zu etwas bringen. Es ist ein hartes Pflaster: Mir ist ein Fall bekannt, wo eine Ärztin an einer Universitätsklinik in New York einem Säureattentat ausgesetzt war, als sie ein Medikament gegen Multiple Sklerose entwickeln wollte.

Tu Youyou. Grafik: ATH
Tu Youyou. Grafik: ATH

Gerty Theresa Cori

(geborene Gertrude Theresa Radnitz) (1896 in Prag, - 1957 in St. Louis/ Missouri) war eine österreichisch-US-amerikanische Biochemikerin. Für ihren Beitrag zur Entdeckung des Glykogen-Metabolismus (Also Zuckerstoffwechsels) wurde sie 1947 als erste Frau mit dem Nobelpreis für Physiologie/Medizin ausgezeichnet. (Nicht ohne Unterstützung ihres Mannes und eines weiteren Kollegen. Ihm war an einer Universität in Amerika sogar eine Professur nur unter der Bedingung angeboten worden, dass seine Frau nicht mehr mit ihm zusammenarbeite.)

 

Der Glykogenabbau zu Milchsäure im Skelettmuskel und Glucoseaufbau in der Leber ist heute als Cori-Zyklus bekannt.

 

Erst 1986 erhielt Rita Levi-Montalcini 1909 in Turin- 2012 )

wieder einen Medizin-Nobelpreis, auch nicht im Alleingang...Die Medizinerin und Neurobiologin entdeckte für das Zellwachstum zuständige körpereigene Wachstumsfaktoren. Ihre Forschungsarbeit konzentrierte sich auf zelluläre Nachrichtenübertragung und Steuerungsmechanismen des Zell- und Gewebewachstums. Der Epidermal Growth Factor (EGF), sowie der Nervenwachstumsfaktor (NGF) wurden von ihr entdeckt.

 

 

Gertrude Belle Elion (1918 -1999) war eine US-amerikanische Biochemikerin und Pharmakologin. Sie entdeckte wichtige Prinzipien der Arzneimitteltherapie und 1988 erhielt sie dafür den Nobelpreis. Außerdem entwickelte sie mehrere Zytostatica zur Hemmung von Tumorwachstum.

 

Die bislang letzte Medizinnobelpreisträgerin der Medizin ist Tu Youyou.

Die Chinesin erhielt ihn 2015 für ihre Erforschungen zu Malaria. Es gelang ihr, den Wirkstoff Artemisinin aus dem Einjährigen Beifuß zu isolieren und sie schlug damit wohl auch die Brücke zwischen TCM und europäischer Schulmedizin/bzw. Pharmazie.

 

 

Immerhin haben 12 Frauen den Nobelpreis in Medizin errungen, ihnen stehen 207 Männer gegenüber. Dabei entdeckten Elisabeth Blackburn und Carol Greider

zum Beispiel,  wie Chromosomen durch Telomere und das Enzym Telomerase geschützt werden. (Was ja große Wellen in der Erforschung von Alterungsprozessen schlägt.) Trotzdem mussten sie sich den Preis mit einem Mann teilen…

 

Ebenso ging es Françoise Barré-Sinoussi, der Entdeckerin des HI-Virus.

 


Die Praktikerinnen

 

Wenn es sie nicht gegeben hätte, wären irgendwann trotzdem ähnliche Erfindungen gemacht worden. Die Frage, welchen Irrwegen die Menschheit durch die weibliche Perspektive, den weiblichen Erfindungsgeist entgangen sind, lässt sich dadurch nicht beantworten. 

Auf welchen Gefährlichen sie durch Dominanz männlicher Denke immer noch herumirrt, wird angesichts globaler Erwärmung und drohender Ressourcenknappheit hoffentlich langsam klar.

 Monopoly als didaktisches Spiel, die Ursachen sozialer Ungleichheit zu erkennen, versus des später männlich gestalteten Spiellayouts als Trockentraining neoliberaler Kapitalanhäufung, lässt die Differenz zwischen männlichen und weiblichen Erkenntnisstreben erahnen.

 

 

 

Hedi Lamarr, Graphik: ATH
Hedi Lamarr, Graphik: ATH

 

 

Herta Marks Ayrton (1854-1923)

war das erste weibliche Mitglied der englischen Vereinigung der Elektroingenieure . Sie fand ein Aufzeichnungsgerät für den Pulsschlag und war Inhaberin von 26 Patenten.

 

 

Hedi Lamarr  1914-2000,

geboren in Österreich, gestorben in Amerika: Die Schauspielerin, die eines der optischen Vorbilder für Walt Disneys Schneewittchen war, entwickelte das Frequenzsprungverfahren, ohne dem die Handytelefonie nicht möglich wäre, weil sich der Funkverkehr der Telefonate gegenseitig stören würde. Das amerikanische Militär bediente sich der Technik im 2. Weltkrieg erfolgreich bei ihrer abhörsicheren Kommunikation. Bezahlt wurde Hedi Lamarr und ihrem Miterfinder George Antheil dafür kein Cent.Die Navy hatte noch 1951 das Patent (ein Element einzubauen, das eben die Frequenzen änderte) abgelehnt, weil es „zu schwer für Torpedos sei“. So naiv konnte das US- Militär nicht gewesen sein, war es etwa auf die Erfindungen Viktor Schaubergers, der das energetische Potenzial von Wasser wie kein zweiter erforscht hatte, so scharf, dass er sogar in einem US-Gefängnis festgehalten wurde. Dessen Erkenntnisse wären wohl viel schwerer zu verstehen gewesen…

 

Dass Frauen nur für den Haushalt ihr Hausfrauenleben verbesserten, stimmt eben nur sehr eingeschränkt. Wer sagt, dass Weisheit immer weiblich und Methode immer männlich ist? Es gibt mehr als folgende Beispiele, in denen Frauen für Alltagspraktisches verantwortlich zeichnen… 

 

"Wenn du etwas gesagt haben willst, frage einen Mann; wenn du etwas erledigt haben willst, frage eine Frau.", meinte Margaret Thatcher.

 

 

 

 Mit nur 27 Jahren ersann Nicole Cliquot 1805 die Champagnerrüttelmethode, mit der sich vermeiden ließ, dass sich unschöner Satz am Boden der Schampusflaschen bildete. 

 

Melitta Benz erfand anfang des 20. Jahrhunderts den Kaffeefilter und

 

Josephine Cochrane erhielt 1886 das Patent auf die erste praxistaugliche Geschirrspülmaschine, welche auf der Weltausstellung 1886 ausgezeichnet wurde.

 

 Nancy Maria Donaldson- Johnson erhielt bereits 1843 das erste Patent für eine Maschine zur Herstellung von Speiseeis 

   

 

Marion Donovan , eine amerikanische Journalistin, stellte 1951 die erste Wegwerfwindel her, einem Zeitungsfritzen wäre sowas wohl nie eingefallen…

 

Helene Winterstein-Kambersky erfand nach 2000 Versuchen die erste wasserfeste Wimperntusche 

 

Was ja eindeutig über die Notwendigkeit reibungsloser Haushaltsführung hinausgeht...

 

Elisabeth Magie
Elisabeth Magie

Die Schneiderin Käthe Paulus

kreierte 1900 den allerersten Paketfallschirm, der sich praktischerweise in einem Rucksack am Rücken tragen ließ und den sie höchstpersönlich ausprobierte.

Die erste Frau überhaupt war bereits 1799 mit einem Fallschirm abgesprungen...

  

Maria Beasley (geb. Kenny) aus Philadelphia

 

erwarb 14 Patente, unter anderem für ein Rettungsboot, das in dieser Form auch auf der Titanic verwendet wurde. Ebenso sinnvoll war ihr Gerät zur Vermeidung von Zugsentgleisungen.

Die ungarische Biophysikerin und Erfinderin Mária Telkes ( 1900 – 1995)

ist eine der Pionierinnen der Solartechnologie. Sie entwickelte Speichersysteme für Sonnenenergie und war am Bau des ersten durch Solarenergie beheizten Hauses (das Dover Sun House) beteiligt, was ihr auch den Spitznamen „Sonnenkönigin“ einbrachte.

 

Die Österreicherin Margarete Schütte-Lihotzky (1897 -2000) entwickelte die erste moderne Einbauküche auf nur 6,5 m², die sogenannte Frankfurter Küche.

  

„The Landlords Game“ wurde 1904 von Elizabeth Magie

mit dem pädagogischen Anliegen erdacht, der breiten Bevölkerung etwas über wirtschaftliche Ungleichheit zu lehren. (Landlord= Grundbesitzer). Das Spiel ließ sich in den USA allerdings über handkopierte Exemplare mehr schlecht als recht verkaufen, bis Charles Darrow das Spielkonzept ummodelte und unter dem Namen Monopoly verbreitete. 1935 verkaufte er sein Patent an den damals größten Brettspielehersteller der USA, Parker Brothers. Die Ideenurheberin schaute durch die Finger und Millionen Kinder üben neokapitalistische Besitzakkumulierung...

 

Nichstdestoweniger:

"Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität."

Marie Curie 


Vollständig ist die Liste der Wissenschaftlerinnen und Erfinderinnen deshalb wahrscheinlich noch lange nicht. Doch wer möchte, möge dazu beitragen, auf dass genialen Frauen endlich Gerechtigkeit widerfahre. Diese Serie: SIE? ...sie nicht! wird mit Reisenden und Entdeckerinnen fortgesetzt...Ebenso sind noch Biologie, Geologie, Psychologie und Pädagogik abzudecken...

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