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Nosebook: Tierische Promis


  • Tierische Promis der Geschichte
  • Vorzeigetiere
    • Elefanten
    • Nashörner
  • Zeitgenossen und Imageträger
    • Hunde,
    • Katzen
    • Großkatzen
  • In tragender Rolle: Pferde

 

  • Zwei Pioniere ihrer Art
    • Schimpanse
    • Schaf


Tierische Promis der Geschichte

 

Es gibt Tiere, die alte Bekannte aus der Kindheit sind und die wohl immer irgendwo namentlich bekannt bleiben werden, sei es aus dem Fernsehen, sei es aus Büchern: Göb Göb, aus Doktor Dolittle, Flipper, Lassie, King-Kong wie auch Balu, Baghira und Co aus dem Dschungelbuch.

Manche haben teils namenlose Vorbilder aus der Wirklichkeit, wie etwa die Pferde, die im ersten Weltkrieg Kanonenwägen zogen und Hugh Lofting zu Doktor Dolittle inspirierten. Es war ein Plädoyer gegen Gewalt gegen Tiere und gegen das Einpferchen von Zirkustieren. Manche literarischen Tiere führten zu Missverständnissen bezüglich Verhalten, manche aber brachten die Fauna den Menschen näher.

 

Hier werden repräsentativ Persönlichkeiten aus der Geschichte vorgestellt: Etwa Schauobjekte aus fernen Ländern, Exoten, die die Europäer zum Staunen brachten. Immerhin, wer hatte in Europa denn in Natura vor dem 17. Jahrhundert Nashörner bestaunen können?

Der erste Tiergarten im weiteren Sinne soll um 2000 vor Christus in China gebaut worden sein. Auch ägyptische Pharaonen hielten aus Prestigegründen wilde Tiere in Gefangenschaft. Doch erst im Barock begannen Zwinger, Privatzoos der Adeligen zu boomen.

Tiere verliehen ihren Besitzern also Glanz oder waren als Schauobjekte eine lukrative Einkommensquelle, da sie in ganz Europa einzigartig waren.

 

Es gab Haustiere, die das Image ihrer Besitzer aufpolierten und oft deren Charakter schillernd widerspiegelten. Mark Twains Katzen, oder Martin Luthers Spitz gehörten ebenso dazu wie Hitlers Schäferhund Blondi, welcher halt auch dessen ideologische Ausrichtung verkörpern sollte…

Und dann gab es noch unfreiwillige Pioniere der Wissenschaft und Forschung, die zum Teil namentlich nicht bekannt worden sollten, hätten sie doch als Individuen ambivalente Gefühle in der Bevölkerung ausgelöst. Wie etwa Ham, zum Beispiel. Ein Schinken, der ins Weltall flog? Harmlos. Wer denkt an die hunderte namenlosen Kanarienvögel in Kohlebergwerken, welche Giftgas nicht nur verlässlich anzeigten, sondern an den Folgen der schlechten Arbeitsbedingungen starben, damit Bergleute überlebten...

Vorzeigetiere

Foto: AHA
Foto: AHA

Exotische, mächtige Dickhäuter, die der sonst der Natur ausgelieferte Mensch bändigen konnte, waren, neben Raubtieren, sicher die größte Attraktion. Man weiß natürlich auch von Giraffen die das alte Europa bereisten.

 

Nach der Entdeckung Amerikas bestand sicher die größte Herausforderung in den langen Transportwegen. Exotische Vögel pflegten von sich aus zu wandern.

Manch eine geflügelte Art, die heute sesshaft ist, verschwand saisonal und gab zu manch seltsamen Spekulationen Anlass.

 

Je skuriller, seltener und auffallender ein Tier war, desto mehr Spektakel versprach man sich. 

Elefanten

...Wenn er gefallen ist, kann er nicht aufstehen, denn seine Knie haben keine Gelenke. Wie aber fällt er? Wenn er schlafen will, lehnt er sich an einen Baum und schläft so. Die Inder nun, da sie die Eigentümlichkeit des Elefanten kennen, gehen hinzu und sägen den Baum ein wenig an. Es kommt nun der Elefant sich anzulehnen, und sobald er sich dem Baum genähert hat, fällt derselbe mit ihm zu Boden. Nachdem er nun gefallen ist, kann er nicht aufstehen. Er beginnt also zu weinen und zu schreien. Das hört ein anderer Elefant und kommt, um ihm zu helfen, aber er kann den Gefallenen nicht aufrichten. Darauf schreien die beiden, und es kommen zwölf andere. Aber auch diese sind nicht imstande, ihn aufzurichten. Darauf schreien sie alle. Zuletzt von allen kommt der kleine Elefant und legt seinen Rüssel um den Elefanten und hebt ihn auf.

Die Eigenschaft des kleinen Elefanten ist jedoch folgende: Wenn du seine Haare oder seine Knochen an irgend einem Orte verbrennst, so kommt weder ein Teufel noch eine Schlange dorthin, noch wird irgend etwas anderes Böses dort gefunden.“ steht im Physiologus, einer Art spätantikes Symbolhandbuch der Tiere, geschrieben.

Plinius der Ältere erzählt im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, dass man in Italien als Erstes Elefanten während des Krieges mit König Pyrrhus 472 vor Christi Geburt gesehen habe und „lucanische Ochsen“ nannte. Schon 502 sollen 142 Elefanten auf Flößen, unter die man zusammengebundene Tonnen gelegt hatte, von Karthago aus übers Meer transportiert worden sein.

 

 

Als frühes Prestigegeschenk ist der indische Elefant Abu Abbas bekannt geworden. (Heutzutage nimmt man allenfalls noch Lippizaner als Gastgeschenk aus Österreich mit).

Benannt war das waschechte indische Tier vermutlich vom Kalifen Abu l-Abbas as-Saffah selbst. Ein jüdischer Gesandter und Dolmetscher Karls des Großen brachte ihn 801 von Bagdad mit.

 

Am 20. Juli 802 erreichte Abul Abbas über Italien Aachen und wurde dort, zusammen mit einer ganzen Anzahl von Geschenken, Kaiser Karl übergeben. Der Name des Elefanten scheint Karl May bei der Namenswahl für seine Figur Hadschi Halef Omar inspiriert zu haben: Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawuhd al Gossarah.

 

 

Soliman hatte eine ähnliche Berufskarriere wie seine Kollegen Abu Abbas, Hanno und der sogenannte Cremona-Elefant als Geschenk und Wanderpokal. Aus portugiesischen Kolonien stammend, über Spanien reisend, brachte Kaiser Maximilian im Triumphzug das Tier 1551-52 (über Winter) über Italien nach Wien. In Linz ist er auf dem Hauptplatz über einem Portal als Stuckrelief verewigt, in Brixen ziert er die Fassade eines Hotels.

Soliman hatte seinen eigenen Mahout, der sich um ihn kümmerte. Ein Stuhl, der nach seinem baldigen Tode aus seinen Knochen gefertigt wurde befindet sich im Stift Kremsmünster in Oberösterreich. Er wurde nur dreizehn Jahre alt, kein Alter für ein Tier, das siebzig werden kann.

Pliinius schrieb noch in seiner Historia Naturalis, dass das Rhinozeros der natürliche Feind des Elefanten sei. Es aber herzuzeigen, war ein lukratives Geschäft.

 

Nashorn oder Rhinoceros

Schon in der Antike stellte man indische Nashörner zur Schau und aus deren Haut fertigte man Schläuche zum Versand von Heilkräutern. Ebenso war Äthiopien ein Umschlagplatz für den Handel mit den Stoßhörnern. Warum Herodot wie auch Aristoteles Nashörner als gehörnte Esel bezeichneten, ist nicht mehr so einfach nachzuvollziehen. Vielleicht wegen der Tatsache, dass diese zu den Unpaarhufern gezählt hatten und ihre Losung der von Eseln glich.

 

Nashorn Clara wurde 1738 geboren und starb 1758 in London. Weil es sehr jung nach Europa gebracht wurde, überlebte es die lange Reise und tourte von Rotterdam ausgehend durch Deutschland bis nach Wien, durch Frankreich, die Schweiz und Italien. Sogar Casanova würdigte das Tier in einer Anekdote.

 

Immerhin war es das erste lebende Anschauungsobjekt, von ihm wussten die Künstler, wie ein Nashorn aussieht. Albrecht Dürer hatte noch sein Nashorn nach Beschreibungen fälschlicherweise mit zwei Hörnern ausgestattet.

 

Clara wetzte sich letztendlich ihr einziges Horn selbst ab, ein Verhalten, das durch die Gefangenschaft entstand.

Wegen seines Hornes (verdichtete Haare) immer noch gnadenlos bejagt, sind Nashörner heutzutage schwerst bedroht. In der Chinesischen Medizin gilt es immer noch als Potenzmittel.

Zeitgenossen und Imageträger

Es gab noch Zeiten, da verdrehte das allgemeine Publikum seine Hälse noch mehr, wenn ein Prominenter einen Vierbeiner an der Leine führte. Ab dem Mittelalter waren bisweilen Affen Haustiere der Oberschicht.

Anfang des 19. Jahrhunderts maß man Hunden und Singvögeln als Haustieren einen „sozialen“ Wert zu.

„Wie der Herr, so das G´scher“, lautet ein Sprichwort, das auf die charakterliche Ähnlichkeit von Hunden und ihren Besitzern abzielt:

Nur die Hunde allein kennen ihren Herrn, und wissen es, wenn ein Unbekannter, sei es auch noch so unvermerkt, erscheint. Sie allein verstehen ihre Namen, und die Sprache im Hause. Wege merken sie sich, selbst wenn diese sehr lang sind. Kein anderes Geschöpf, außer dem Menschen, hat ein stärkeres Gedächtnis. Ihre Wut wird besänftigt, wenn der von ihnen angefallene Mensch sich auf die Erde setzt.“, schrieb Plinius in seiner Historia Naturalis über die Wolfsabkömmlinge, die sich mit den Menschen arrangiert hatten.

So sauber war Luthers Spitz wohl kaum. Foto: ATH
So sauber war Luthers Spitz wohl kaum. Foto: ATH

Hunde

 

Was sagt die Wahl der Hunderasse über ihre Besitzer aus?

Der Reformator Martin Luther antwortete einmal auf die Frage eines Kindes, ob Hunde in den Himmel kämen, ja sie kämen in den Himmel und wedelten dort mit goldenen Schwänzen.

 

Er kannte sich nicht sonderlich mit den Kläffern aus, erzählte er doch in einer Fabel, wie ein Hund aufgrund des Spiegelbildes eines Fleischstücks, das er im Maul trug, aus Gier nach einem weiteren Stück seinen Happen ins Wasser fallen ließ. Hunde sehen bekanntlich sehr schlecht und haben einen hervorragenden Geruchssinn. Sie lassen sich also sicher nicht von im Wasser gespiegelten Fleischhappen korrumpieren.

 

Luther besaß einen Spitz namens Tölpel. Spitze (besonders Wolfsspitze) gelten als hervorragende Wachhunde, die Fremden gegenüber eher misstrauisch sind. Wenn Luthers Vierbeiner wirklich ein Spitz war, (gesichert ist das nicht) so hatte er einen schlechten Namen gewählt...Gefolgt haben wird der wohl seiner Ehegattin Katharina von Bora, die das Kommando über die Haustiere in der lutherischen Wirtschaft hatte. 

Zeichnung: ATH
Zeichnung: ATH

Friedrich II von Preußen ließ seinen Windspielen so ziemlich alles durchgehen. Er schätzte ihre Sensibilität und wählte sogar sein Personal danach aus, ob die Hunde sich den Menschen öffneten, oder sie mieden. Windspiele oder Whippet waren ursprünglich für die Kaninchenjagd gezüchtet worden. Aufgrund einer besonderen Genkonstellation kann sich bei der Rasse wesentlich mehr Muskelmasse bilden, als normal. Er gilt als verschmuster Couchbesetzer und jagfreudiger Renner, der bis zu 50km/h erreichen kann. Nicht umsonst nannte man Windhunde Rennpferde des kleinen Mannes.

 

Immerhin lebten elf Windhunde auf Friedrichs Lustschloss Sansoucci, sie waren wohl eine Schwäche des hundeliebenden preußischen Königs.

Alcméne und Biche waren die Favoriten Friedrichs II von Preußen.

Biche, eine weiße Whippethündin, zärtlich vom Preußenkaiser „Mäuschen“ und „allerliebstes Geschöpf“ genannt, war sogar von ungarischen Panduren entführt worden. Allerdings wurde sie auch (wohl gegen entsprechendes Lösegeld) rückerstattet. Biche und später Alcméne, auch ein Whippet (Windspiel) wurden nach Strich und Faden verwöhnt, durften im Bett vom alten Fritz schlafen und mussten auf französisch angesprochen werden. Als Alcméne starb, war Friedrich tief betrübt und ließ die Hündin 3 Tage aufbahren, obwohl die Verwesung frortgeschritten war und der Kadaver ziemlich stank. 

Mit seinem Pudel Butz bildete der Philosoph Arthur Schopenhauer ein auf allen Straßen und in allen Lokalen quasi stadtbekanntes Gespann. Nachdem eines seiner Werke zum Bestseller geworden war, kamen Pudel in seiner Heimatstadt Frankfurt sogar in Mode. Etliche Frankfurter schafften sich diesen Hund, der für die Wasserjagd gezüchtet worden war, an. Puddeln bedeutet übrigens norddeutsch paddeln. Nettes Detail am Rande: In Österreich heißen die Wiener Würstchen „Frankfurter“. Das wäre ein gefundenes Fressen nicht nur für Pudel.

 

Schimpfte Schopenhauer mit seinem Hund, nannte er ihn „Mensch“, lobte er ihn, hieß er ihn „Atman“, was sowas wie „Urseele“ bedeutet. Sich Aufpudeln ist ein Sprichwort, das auf jene angewendet wird, die sich unbotmäßig aufregen...

Foto: ATH
Foto: ATH

Kaiserin Elisabeth von Österreich mochte repräsentative und dekorative Hunde, kraftvoll, treu, und möglicherweise- im Fall ihres Pudels-, gewitzt sollten sie schon sein. Shadow, Lieblingshund Kaiserin Elisabeths war eine schwarze Dogge. Zudem hatte sie einen Pudel namens Plato und einen Wolfshund namens Houseguard. Für sie konnten Hunde gar nicht groß genug sein, wohl, weil sie einen effektvollen Kontrast zur extrem schlanken Frau bildeten.

 

Adolf Hitler brauchte einen Hund, der für deutsche Tugenden stand (welche auch immer) und sicher auch eine deutsche Zucht war. Ein Dackel wäre weniger in Frage gekommen...zu eigensinnig.

Blondi, Adolf Hitlers Schäferhündin war die Nachfolgerin des Schäferrüden Muck.

Sie wurde in Hitlers Propagandakampagne eingespannt. (Das passierte übrigens auch anderen Schäferhunden von Nazibonzen. ) Augenzeugen berichteten, dass die Hündin recht mechanisch agierte, als ob ihr eigener Wille gebrochen worden sei.

Blondi hatte auch Nachwuchs: „Wolf“. Man fand die verkohlten Überreste beider im Führerbunker mit Gift getöteten Hunde.

Foto: ATH
Foto: ATH

Katzen

 

Buffalo Bill, Sack &Asche und andere leisteten Mark Twain zeitweise Gesellschaft.

Zwar hielt er selber bei sich keine Katzen, zumal er und seine Familie häufig auf Lesereisen waren, mietete aber am Land monatsweise welche, zu denen er ein recht herzliches und herzerfrischendes Verhältnis pflegte.

Aus der Biographie seiner Tochter Susy: „Die Namen, die er unseren verschiedenen (gemieteten) Katzen gegeben hat, sind wirklich bemerkenswert komisch, nämlich Stray Kit, Abner, Motley, Fraeulein, Lazy, Buffalo Bill, Soapy Sall, Cleveland, Sour Mash, Pestilenz und Hungersnot.“ (New Yorker Diktate 8. Februar 1906)

 

Zwei Katzen, die er nicht auseinanderhalten konnte, nannte er „Sack und Asche“.(Twain konnte recht gut Deutsch und lebte sogar einige Zeit in Deutschland und Österreich) Über sie schrieb er in seinen Memoiren launig: „Sie verfügen über das schärfste Urteilsvermögen. Wenn ich ihnen was auf Deutsch vorlese, fangen sie an zu weinen; man kann ihre Tränen herablaufen sehen. Das beweist, was für ein Pathos der deutschen Sprache innewohnt.“...“Ich habe alle möglichen Arten Deutsch an den Katzen erprobt: Liebesgeschichten, Poesie, Philosophie, Theologie, Marktberichte; und das Resultat war immer das Gleiche – die Katzen schluchzen und lassen ihren Tränen freien Lauf, womit bewiesen wäre, dass alle deutschen Äußerungen voller Pathos sind.“

Er berichtet weiters, dass, obwohl er französisch nur mit einem Missouri Akzent herausbrächte, diese Diplomatensprache offensichtlich seinen Maunzern behagte: „..und wenn ich in dieser Sprache leidenschaftliche Reden schwinge, sitzen sie in einer Reihe da, heben die Pfoten, Innenseite an Innenseite, und äußern stürmischen Dank.“

Großkatzen

 

Löwengleich war ein beliebtes Attribut für Männer, wenn es um Mut und Kraft ging. Nicht von ungefähr ziert der Löwe heute noch unzählige Wappen. Immerhin nennt der Physiologus, eine Art Symbollexion aus der Spätantike, Jesus „ den starken Löwen aus dem Stamme Juda.“ Dort ist die größte afrikanische Raubkatze auch als König der Tiere bezeichnet.

 

Sie solle nie schlafen, ihre Spuren vor Jägern mit dem Schwanz verwischen und, nachdem die Löwin ihre Jungen tot gebären würde, solle der Papa Löwe sie nach drei Tagen mit seinem Atem zum Leben erwecken. In der Natur verhält es sich gänzlich anders, die meisten Tiere müssen ihre Jungen vor den Vätern schützen. Der Text ist daraufhin konstruiert, ihn mit biblischen Gegebenheiten in Einklang zu bringen nach dem Motto: „Wie der Schöpfer so das (edlere) Getier“.

„Übrigens kennen die Löwen weder List noch Argwohn; sie blicken nichts mit scheelen Augen an, und wollen auch nicht, dass man sie so ansehe.“ , meinte Plinius, der einer der ersten war, der mit seinen Schriften dem Getier oft ein Image verlieh, das vielen heute noch anhaftet.

Der erste, welcher laut Plinius einen Löwen mit der Hand lenkte, zähmte und öffentlich zeigte, soll Hanno, ein vornehmer Carthager gewesen sein. Dass er ein so wildes Tier gefügig machen konnte, wurde der Obrigkeit suspekt. Man verurteilte ihn, ...“weil ein Mann von so erfindungsreichem Geiste zu Allem zu überreden im Stande sein würde, und man dem, der die Wildheit soweit gebändigt hätte, die Freiheit nicht wohl anvertrauen könne.“

 

Der Syracusaner Mentor wurde in Syrien durch einen Löwen, der ihm entgegen kroch, aufs höchste erschreckt. Er wollte fliehen, allein das Tier stellte sich ihm überall in den Weg, und leckte, gleich einem Schmeichler, seine Fußstapfen“. Mentor bemerkte in dessen Pranke ein Geschwür, zog ihm den Splitter aus der Wunde und befreite ihn von seiner Qual. Diese Episode wurde Inhalt mancher Fabel…

Bei Daniel in der Löwengrube hatte allerdings Gott noch eingreifen und den Großkatzen das Maul zuhalten müssen...

 

Kaiser Rudolph II hatte in Prag einen Lieblingslöwen, dessen Horoskop die gleiche Konstellation aufwies wie sein Horoskop. Es verstörte ihn daher ziemlich, als das Tier 1612 verstarb. Er folgte ihm weniger als 20 Tage später…

 

Prinz Eugen errichtete im 18. Jahrhundert eine Menagerie und hatte einen Lieblingslöwen, den er bisweilen auch bei Gesellschaften an der Leine führte. Der Leu war ihm vom König von Frankreich verehrt worden. Als sensible Großkatze soll der Löwe den Tod seines Herrn geahnt haben: „... endlich kamen drei Tage, wo der Löwe seinen Herrn nicht mehr sah, er verweigerte alles Fressen und lief unruhig im Käfig auf und nieder ... gegen drei Uhr morgens stieß er ein solches Gebrüll aus, dass der Tierwärter hinauslief in die Menagerie um nachzusehen. Da sah er Lichter in allen Zimmern des Schlosses, zugleich hörte er in der Kapelle das Sterbeglöcklein und so wusste er, dass sein Herr, der große Prinz Eugen, zu eben dieser Stunde gestorben war…“

 

 

In tragender Rolle: Pferde

Foto: Wikipedia, gemeinfrei
Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Bukephalos:

Alexander der Große hatte ein seltenes Pferd, welches, "...entweder wegen seines furchtbaren Ansehens oder wegen eines eingebrannten Bildes eines Ochsenkopfes Bucephalus hieß."

Alexander sei schon als Knabe von seiner Schönheit eingenommen gewiesen, schrieb Plinius. „In Schlachten soll es ihm besondere Dienste geleistet haben; bei der Belagerung von Theben wurde es verwundet, duldete aber nicht, dass Alexander ein anderes Pferd bestieg.“ 

 

 

Die Vorderhufe von Gajus Julius Cäsars Ross sollen gar Menschenfüßen geglichen haben.

 

Incitatus war ein erfolgreiches Rennpferd aus dem Rennstall der „Grünen Zirkuspartei“ im Römischen Reich und Lieblingspferd des römischen Kaisers Caligula (37–41 n. Chr.).

 

Caligula war ein fanatischer Fan von Gladiatorenkämpfen und Wagenrennen. Am Vortag von Rennen ließ er die Straßen zum Circus durch Soldaten absperren und ordnete Ruhe an, damit Incitatus nicht in seiner Konzentration gestört würde. Natürlich hatte er seinen eigenen Palast mit eigenen Möbeln, eine Tränke aus Marmor und ein Halsband mit Edelsteinen. Ihm stand eigenes Gesinde zur Verfügung, ja sogar Parys wurden in seinem Namen geschmissen.

Für 42 n. Chr. soll Caligula (dessen Name „Stiefelchen“* bedeutete), geplant haben, Incitatus mit der Konsulwürde und ständigem Sitz im Senat auszustatten.

*(Mit so einem Namen muss man als Kaiser plemplem werden)

 

Mit der angeblich geplanten Bestallung des Pferdes zum Konsul beleidigte Caligula den Senat: Sie unterhöhlte demonstrativ das römische Verständnis von Kollegialität, das neben dem Kaiser im Konsulamt einen gleichberechtigten und unparteiischen Senator vorsah. Letztendlich wurde dem Pferd für die politische Laufbahn Vorfahrt gewährt, zum Nachteil fähiger, dafür vorgesehener Politiker.

Napoleon Bonapartes recht zierliches Pferd hieß Marengo und wurde auf allerlei heroischen Bildnissen mit dem Usurpator verewigt.

 

Leicht hatte es der in Arabien gebürtige Schimmelhengst nicht, denn Napoleon soll ein schlechter Reiter gewesen sein. Nach der Niederlage von Waterloo wurde er von den Engländern entführt und Deckhengst in einem Gestüt. Eines seiner Hufe verwendete man, um eine Schnupftabakdose herzustellen. Sein Skelett ist im National Army Museum in London ausgestellt.

Außerdem ritt der Korse noch auf Coco, eine Normannin (Na wenn das die Chanel wüsste!), Marie, Roitelet, Vizir und Tauris.

Pioniere ihrer Art

Sie haben eigenständige Leistungen gebracht, ohne darum gefragt worden zu sein. Ihre Arbeitsbedingungen waren das Gegenteil von artgerecht, Geld und Ruhm heimsten die Menschen ein, welche die Tiere eingesetzt hatten.

 

Zwei Pioniere seien exemplarisch genannt, in dem Blog: Getroffen! Forscher und ihre Objekte kann man mehr über Tiere erfahren, die besonders halfen, auch Menschen mit ihren kognitiven Fertigkeiten besser zu verstehen.

 

Das Besondere an hier genannten Tieren ist, dass sie Technologie und kommerziell auswertbarem Fortschritt dienten. Laborratten, Versuchskaninchen, Schweine sind namenlos geblieben, auch weil sie in Massen gequält und (meist sinnlos) geopfert wurden. Wie etwa auch Laika, die russische Straßenhündin, die beim Flug in den Weltraum 1957 im Dienst der russischen Weltraumfahrt verendete. Belka und Strelka, Berufsgenossinnen, überlebten die „behundete“ Weltraumfahrt.

Die Amerikaner entschieden sich, einen Schimpansen in den Orbit zu schicken.

Ham

wurde frei im Urwald von Kamerun geboren. Seine Sippe einschließlich seiner Mutter fiel Wilderern zum Opfer. Als Ham auf einem Lebendtiermarkt verkauft wurde, klammerte er sich noch an seine tote Mutter.

 

40 Schimpansen kamen auf eine amerikanische Airforce-Basis, alle hatten eine Nummer . Ham war Nr. 65, ehe er einen Namen erhielt. Die NASA fürchteten die schlechte Presse, die vom Tod eines „benannten“ Schimpansen ausgehen könnte, wenn die Mission ein Misserfolg wäre.

Die Mission war, einen lebenden Affen ins Weltall zu schießen, was 1961 auch durchgeführt wurde. Ob ein Lebewesen nach Fehlschlägen in einem neu konstruierten Raumschiff fliegen und überleben konnte, musste die Mission MR-2 beweisen. Das Lebewesen war ein Primat, welcher genetisch und auch verhaltensmäßig dem Menschen am meisten ähnelte. Ausgewählt wurde er unter sechs.

Seine Pfleger nannten Nr.65 Chop Chop Chang.

 

Erst nach seiner erfolgreichen Rückkehr auf der Erde wurde er in „Ham“ umbenannt, ein Name, der vom Holloman Aerospace Medical Center auf der Holloman Air Force Base in New Mexico abgeleitet ist, aber auch „Schinken“ bedeutet.

 

Am 31. Januar 1961 startete er in Cape Canaveral.

Ham führte ihm aufgetragene Reaktionstests problemlos durch. Heute weiß man, dass Schimpansen sogar um ein Vielfaches schneller reagieren können als ein Mensch, nehmen sie Dinge wahr, die nur Bruchteile von Sekunden erscheinen. Immerhin musste er aber auch die 14fache Erdgravitation aushalten. Für seine Arbeit wurde er mit einem Apfel und einer Orange belohnt. Er starb mit 27 angeblich an Altersschwäche in einem Zoo. Schimpansen haben aber ein Durchschnittsalter von 30-40 Jahren, manche werden in Tiergärten sogar über 50.

 

 

Dolly das Schaf 1996-2003

Sie war das erste Säugetier, das eine identische Kopie von einem anderen Säugetier war und Erbmaterial nur von einem Elternteil und nicht von einem Elternpaar erhielt. Diese Technik nannte man klonen.

Ausgewählt wurde die Rasse Scottish Blackface , weil sie weit verbreitet, äußerst robust war und sich problemlos vermehrte.

Eigentlich war Dolly, nach der Sängerin Dolly Parton benannt, nur ein Beinahe-Klon. Die Keimzellen aus dem sie entstand, waren nicht ident mit denen des Tieres, das sie austrug. Dolly hatte eine Leihmutter.

Aus Sicherheitsgründen - zum Schutz vor Klongegnern und Hagelkörnern lebte sie in einem streng bewachten Betonblock und zerkaute dort Pillen mit Nahrungskonzentrat.

Eine große Weide, ein einfacher Unterstand sowie für den Winter einen Stall sowie Futter und Wasser hätte jedem normalen Schaf genügt. Allerdings sind die Blöker ausgesprochene Herdentiere und sollten in einer Anzahl von mindestens drei Exemplaren gehalten werden.

Gras zupfen wie etwa seine späteren genetischen Kopien durfte Dolly aber nicht. (Man wolte ja „unverfälschte“ Untersuchungsergebnisse.)

Abzusehen, dass sie kränkelte und weit unter dem Altersdurchschnitt ihrer Rasse starb. Spätere geklonte Pflanzenfresser, die sich normal in der Natur tummelten, wurden leidlich alt und bekamen auf normalem Weg auch gesunden Nachwuchs.

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